"Tag des offenen Denkmals" in Schwandorf
Abschluss in der Spitalkirche

"Get together". Florian Sorgenfrei spielte zum Abschluss des Denkmaltages für die Gäste in der Spitalkirche. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
12.09.2016
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Beim "Tag des offenen Denkmals" gab es zwei Neuerungen: Eine Stadtführung, vorbei an markanten historischen Bauten, und die Abschlussveranstaltung "Get together" mit Piano-Musik und Erfrischungen in der Spitalkirche. Am Flügel saß Florian Sorgenfrei aus Schwarzhofen.

Am stärksten war der Andrang in den Felsenkellern. So groß, dass bei der ersten der sechs Führungen gar nicht alle hineinpassten ins Labyrinth. Die Teilnehmer wussten die Abkühlung unter der Erde zu schätzen. Dagegen kam ins Schwitzen, wer den Turm der Jakobskirche bestieg. Gästeführer Josef Albrecht nahm die Besucher dreimal mit hinauf in den Glockenturm und ermöglichte ihnen aus einer Höhe von knapp 50 Metern einen herrlichen Ausblick auf den Marktplatz.

Besonderer Ausblick


Fast genauso hoch liegt die Aussichtskuppel des Kreuzberg-Kirchturmes. Sie bietet einen wunderbaren Blick über die Stadt und auf den Klostergarten und gehörte beim diesjährigen "Tag des offenen Denkmals" zu den besonderen Anziehungspunkten. Sechs Glocken hängen in den beiden Türmen. Eine davon, die Friedensglocke, läutet jeweils am 16. eines Monats nach dem "Engel des Herrn" zur Erinnerung an die Opfer des Bombenangriffs am 17. April 1945. Damals wurde die Kreuzbergkirche völlig zerstört. In der Gedenkkapelle der Unterkirche befindet sich eine Tafel mit den Namen der Opfer jener Bombennacht. Das Gotteshaus entstand zwischen 1949 und 1952 und ist inzwischen schon wieder zweimal (1978 und 2005) renoviert worden. Besonders geschichtsträchtig ist das Hauptportal mit Szenen vom jüngsten Gericht und dem "Glanz der nie mehr untergehenden Sonne".

Im Stadtmuseum führte Leiterin Eva-Maria Keil die Besucher durch die Sonderausstellung "Unten drunter geblickt". Sie durften dabei auch Kathrin Robl bei einem alten Handwerk, dem Knöpfewickeln, zuschauen. Die Umweltpädagogin verzierte Taschen, Kopfschmuck und Jacken mit Knöpfen und Kordeln.

Zu den zehn Angeboten gehörte auch eine Führung zum Schloss Fronberg, die an der Petruskapelle begann. Von dort nahm Heimatpfleger Gerhard Grünwald die Teilnehmer mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Vorgänger "der von Breidbachs" waren die "Spierings" (1676 bis 1720), die die "hohe Gerichtsbarkeit" besaßen mit dem Recht, auch die Todesstrafe auszusprechen. Die Verurteilten wurden am nahegelegenen "Hasenbügerl" am Galgen hingerichtet. Diese Erhebung ist heute noch auf dem Weg von Fronberg nach Schwarzenfeld gut zu erkennen. Gerhard Grünwald führte die Besucher weiter in den Schlosshof und zeigte ihnen die Wappen am Eingang, die auf die ehemaligen Besitzer der Spierings und der von Stingelheim hinweisen. Der Hof ist gekennzeichnet durch Rundbögen und Säulen im Stile der Frührenaissance. Die Kapelle wurde 1677 erbaut von Pietro Spineta und besitzt drei Altäre. Die Anlage ist über 700 Jahre alt und war in dieser Zeit im Besitz von 13 Familien.
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