Teuren Wagen gerammt und geflüchtet
Erst getürmt, dann gestanden

Vermischtes
Schwandorf
09.08.2016
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Er schrammte haarscharf am Gefängnis vorbei. Nach fünf Vorstrafen wegen diverser Verkehrsdelikte bekam ein 26-Jähriger trotz vieler Bedenken noch einmal Bewährung. "Beim nächsten Mal aber", stellte die Schwandorfer Amtsrichterin Petra Froschauer dem Mann in Aussicht, "wandern Sie hinter Gitter."

Der Unfall ereignete sich am 3. Dezember vergangenen Jahres auf einer Kreuzung bei Wackersdorf. Dort hatte es einen Stau gegeben, den der 26-Jährige übersah. Er rammte mit seinem Pkw einen vor ihm zum Stehen gekommenen Wagen. Dieser Pkw, ein etwa 50 000 Euro kostendes Oldtimer-Modell aus USA, sah danach arg zerknautscht aus und musste mit einer Reparaturrechnung von rund 20 000 Euro restauriert werden.

Der Unfallverursacher ("Ich schäme mich sehr dafür") stieg anschließend aus, ließ den angerichteten Schaden samt verletztem Fahrer zurück und türmte. Später schickte er seinen Vater quasi als "Unterhändler" zur Polizei und stellte sich anschließend. Ob er Alkohol getrunken hatte, konnte zu dieser Zeit nicht mehr festgestellt werden. Fest stand allerdings: Es gab ein latentes Alkoholproblem bei ihm.

Der junge Mann aus dem östlichen Landkreis brachte fünf einschlägige Vorahndungen zum Prozess vor dem Amtsgericht mit. Er räumte die Unfallflucht unumwunden ein, deutet allerdings eine gewisse Schockeinwirkung an, die ihn zu der Hals über Kopf erfolgenden Flucht veranlasste. Dieser möglicherweise vorhandene Schockzustand konnte in der Verhandlung nicht widerlegt werden. In ihrem Plädoyer fuhr Staatsanwältin Jennifer Jäger schweres Geschütz auf. Sie brandmarkte den 26-Jährigen als offensichtlich unbelehrbar und verlangte dreieinhalb Monate Haft zum Absitzen. Damit wäre allerdings dessen momentan laufende Ausbildung in einem Handwerksberuf gefährdet gewesen.

Geldauflage fällig


Die Richterin schloss sich zwar dem Antrag auf dreieinhalb Monate Gefängnis an, setzte die Strafe allerdings zur Bewährung aus. Nur deswegen, wie sie betonte, um dem Angeklagten die Zukunft nicht zu verbauen. Er muss 1500 Euro an die Staatskasse zahlen.

Ich schäme mich sehr dafür.Der 26-jährige Angeklagte
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