Unfall kann zu einem gerichtlichen Nachspiel führen - Strafrichterin stellt Verfahren nicht ein
Gesetz differenziert zwischen Mast und Baum

Vermischtes
Schwandorf
19.07.2016
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Schwandorf/Nabburg. Wenn jemand mit dem Auto einen Baum rammt, kann man ihn eigentlich nur schwer wegen fahrlässig begangener Sachbeschädigung belangen. Anders stellt sich das im Hinblick auf Telefonmasten dar. Da ist es leicht möglich, dass die Staatsanwaltschaft wegen Störung von Telekommunikationsanlagen ermittelt. Ein aktueller Fall beweist es: Ein dunkler Novembermorgen kurz vor 6 Uhr. Nasse Fahrbahn, plötzlich eine vor dem Autofahrer auftauchende Schneeverwehung. Auf der Kreisstraße SAD 36 nahe Grubhof (Stadt Nabburg) unterwegs, gerät der Wagen von der Fahrspur und kracht an einen Telefonmast. Die Folge: Mast abgebrochen, Leitung gestört, zehn Haushalte über drei Tage hinweg ohne Telefon. Der bei dem Malheur unverletzt gebliebene 25-Jährige aus dem Nachbarlandkreis Neustadt/WN bekam später einen Strafbefehl über 1200 Euro, zahlte ihn nicht und legte Widerspruch ein. "Eine Vorhersehbarkeit war nicht vorhanden", ließ der junge Mann nun vor der Amtsrichterin Petra Froschauer über seinen Verteidiger erklären. Doch die Vorsitzende konterte: "Sie waren eben nicht vorsichtig genug." Außerdem habe der Unfallverursacher die Strecke von seinen täglichen Fahrten zur Arbeitsstelle nach Nabburg gekannt.

Zu einer angestrebten Verfahrenseinstellung führte kein Weg, allerdings zu einer Reduzierung der Geldstrafe. Denn zunächst war nicht berücksichtigt worden, dass sich der 25-Jährige noch in einer Lehrstelle befand und nur 800 Euro monatlich verdiente. Von daher muss er jetzt 600 Euro zahlen. Der Telefonmast wurde erneuert, die Störung behoben. Drei Tage Arbeit waren dafür notwendig.
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