Unwetter mit Redkodwerten:
130 Liter pro Quadratmeter

Trockenen Fußes schaffte es am Dienstagnachmittag in der Innenstadt kaum jemand nach Hause. Ein lokales Unwetter brachte bis zu 130 Litern Regen auf den Quadratmeter, dazu Hagel und Sturmböen. Im langjährigen Mittel fallen in Schwandorf im gesamten Monat Juli gut 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Bild: Hösamer
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Schwandorf
27.07.2016
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"Wir hatten das volle Programm", stöhnt Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer. Das Unwetter am Dienstagnachmittag hat die Einsatzkräfte stark gefordert. Die Niederschlagsmengen waren rekordverdächtig.

Über 90 Einsätze fuhren die Feuerwehren , Krondorf/Richt, Kreith, Büchelkühn, Kronstetten, Ettmannsdorf, Dachelhofen und Neukirchen, bis spät in die Nacht waren die Kameraden unterwegs, am Mittwoch morgen wieder. Zunächst, um an den Unterführungen in der Innenstadt für Sicherheit zu sorgen, die komplett unter Wasser standen.

Keller vollgelaufen


Auch die Naabuferstraße musste kurzzeitig gesperrt werden, weil sie überflutet war. Die Feuerwehren pumpten das Wasser in den Unterführungen ab, morgens wurden die Sickerkästen gereinigt. An der Steinberger Straße in Höhe des TWF-Geländes hatten die Fluten auch Schachtdeckel gehoben.

Auch zahlreiche Keller waren vollgelaufen. "Überall in der Innenstadt, in Fronberg, Krondorf und Ettmannsdorf", berichtete Mösbauer dem NT. Straßen wurde unterspült und mussten gesichert werden, die Neukirchener Straße war zeitweise wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste nicht passierbar, auch in der Kreuzbergallee waren Bäume zu beseitigen Auch hier waren die Feuerwehrleute im Einsatz. "Gerade jetzt pumpen wie den letzten Keller aus", sagte Mösbauer am Mittwoch kurz nach Mittag. Das Unwetter am Dienstag war lokal eng begrenzt. Die Stadt hat offiziell Niederschläge von 50,2 Litern pro Quadratmeter gemeldet, teilte NT-Wetterexperte Andy Neumaier mit. Schon das sind beachtliche Unwetter-Werte.

Lokal deutlich mehr


In einem begrenzten Bereich in einem Dreieck zwischen Fronberger Straße, Autobahn-Anschlussstelle Fronberg und Anschlussstelle Schwandorf-Mitte waren es lokal 130 Liter pro Quadratmeter. Auf die Fläche eines Fußballfeldes gingen hochgerechnet in diesem Bereich knapp 930 000 Liter Regen nieder. Im langjährigen Mittel liegen die Niederschläge im gesamten Monat Juli in Schwandorf bei gut 80 Litern pro Quadratmeter. In der Kläranlage war von dem großen Regen fast nichts zu spüren, sagte technischer Leiter Robert Merkl. Einerseits regnete es in den südlichen Stadtteilen wesentlich weniger, andererseits haben die Regenrückhalte und -überläufe das Wasser von der Anlage abgehalten. An der Kläranlage selbst hat Merkl am Dienstag 5 Liter Niederschlag gemessen, während ein paar Hundert Meter weiter nördlich die Unterführungen und Keller vollliefen.
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