Verbände freuen sich über Rekordleistungen - Strukturwandel geht weiter
Weniger Betriebe, aber mehr Milch

Bild: Hartl
Vermischtes
Schwandorf
14.03.2016
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Die Oberpfälzer Kühe sind Spitze in ganz Bayern. Im vergangenen Jahr konnten sie die Leistung auf durchschnittlich 7706 Liter Milch steigern. Das bedeutet ein Plus von 102 Kilogramm. Zum Vergleich: Bayernweit lag die Zunahme bei nur zehn Kilo. Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler hat dafür eine einfache Erklärung.

Bei der Mitgliederversammlung des Rinderzuchtverbandes und des Milcherzeugerrings Oberpfalz in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums machte der Landwirtschaftsdirektor "die bessere Zucht und das bessere Futter" für die "herausragenden Leistungen" verantwortlich. Für ihn stehen hohe Qualität und Leistung nicht im Widerspruch zum Tierwohl. In der Oberpfalz gebe es derzeit 35 Kühe mit einer Lebensleistung von über 100 000 Litern Milch. Das ist ein neuer Rekord.

Im Rinderzuchtverband Oberpfalz sind aktuell 2 723 Betriebe organisiert. Das sind 69 weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kühe um 841 auf 121 357. "Der Strukturwandel schreitet unaufhaltsam voran", so der Zuchtleiter. Im Landkreis Schwandorf gehören der Dachorganisation 413 Betriebe (minus acht) an.

Spitze ist die Oberpfalz auch bei den 76 Prüfbullen, die an die Besamungsstationen Neustadt/Aisch und Marktredwitz gemeldet wurden. Mit der Vermarktung von 24 915 Rindern erzielte der Verband im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 14 Millionen Euro (plus 1,2 Millionen).

Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (Marktoberdorf) betreibt im Allgäu selbst einen Milchviehbetrieb, der unter dem derzeitigen Preisdruck leidet. Für den Mengenüberschuss auf dem europäischen Markt macht sie vor allem die Überproduktion der Bauern in Holland, Irland und Polen verantwortlich. "Der Weltmarkt ist aus dem Gleichgewicht geraten", erklärte die CSU-Politikerin den Bauern in der voll besetzten Gaststätte des Tierzuchtzentrums. Jetzt breche auch noch der chinesische Markt weg, der von Neuseeland beliefert werde. Zur Abfederung des Preisverfalls bei Milch und Schweinefleisch kündigte Angelika Schorer unterstützende Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung an.

Die Vorsitzenden Erich Pilhofer (Rinderzuchtverband) und Josef Bauer (Milcherzeugerring) ehrten jene Mitglieder, die bei den internationalen Zuchtschauen in Ried im Innkreis und in Wertingen erfolgreich abgeschnitten haben. Aus dem Landkreis Schwandorf waren darunter Josef Wendl (Kemnath) und Eva Bäuml (Gögglbach bei Schwandorf).
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