Versprechen auf Lehrstelle

Jugendlichen, die noch eine Lehrstelle suchen, bietet sich eine ideale Ausgangslage: Die Oberpfälzer Handwerksbetriebe suchen händeringend nach geeignetem Nachwuchs. Bild: hfz
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Schwandorf
29.06.2016
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"Die Betriebe bieten jungen Arbeitnehmern weiterhin gute Beschäftigungschancen." Zitat: Wolfgang Zwicknagl, Agentur für Arbeit Schwandorf

"Jeder geeignete Bewerber soll mit einem Ausbildungsplatz in die Ferien gehen." Das war Hoffnung und Versprechen zugleich, was Wolfgang Zwicknagl von der Arbeitsagentur beim Jugendhilfeausschuss ankündigte.

Zwicknagl ist Bereichsleiter bei der Schwandorfer Agentur und durch seine Leitungsfunktion geradezu prädestiniert, den Kreisräten und den beratenden Mitgliedern im Ausschuss Analysen und Prognosen zu geben - in diesem Fall zur Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation bei Jugendlichen und Schulabgängern.

"Die Betriebe bieten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weiterhin gute Beschäftigungschancen", versicherte Zwicknagl in seinem Beitrag und erläuterte, dass sich im Bereich der Agentur für Arbeit Schwandorf derzeit 23 332 unter 25-jährige in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung befinden würden. "Verschiedene Gründe führen jedoch zum Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter 25 Jahren", machte der Bereichsleiter deutlich. Das habe zum einen demografische Gründe, es liege aber auch an dem Wunsch nach höherer Bildung bei immer mehr jungen Menschen.

Thema Flüchtlinge


Wie Zwicknagl weiter ausführte, sei die Jugendarbeitslosigkeit bei 15- bis 20-Jährigen und bei bis 25-Jährigen im Vorjahresvergleich von 1,4 auf 1,8 Prozent beziehungsweise von 2,5 auf 2,8 Prozent gestiegen. "Das geht auf die Flüchtlinge zurück", wusste er. Grundsätzlich werde es bei einem arbeitslosen Jugendlichen kritisch ab drei Monaten ohne Beschäftigung. "Die Arbeitslosigkeit darf also nicht zu lang sein."

Der Referent wies auch darauf hin, dass sich seit 2009 ein bestimmter Trend immer weiter fortsetze: Dass es nämlich mehr Berufsausbildungsstellen als Bewerber gibt. Das Verhältnis lag in den Jahren 2014/15 bei 4085 zu 3007. Ganz aktuell (Mai 2016) sieht es so aus, dass 1403 Ausbildungstellen gemeldet waren, von denen 531 noch nicht vermittelt sind. Und auch auf Bewerberseite gibt es ein Missverhältnis: 831 junge Leute haben eine Ausbildung gesucht, 231 noch keine gefunden. Diese 231 wollen Zwicknagl und seine Mitarbeiter in den nächsten Wochen in Arbeit bringen; zumindest hat er das für die "Geeigneten" versprochen.

Zu den Maßnahmen der Agentur zählt auch die Vorsorge. Frühzeitige Berufsorientierung und eine Berufsberatung an allen allgemeinbildenden Schulen im Landkreis Schwandorf gehören dazu, aber auch die Ausbildungsstellen-Vermittlung selbst. "Der weitaus überwiegende Teil der Jugendlichen mit Wunsch nach Ausbildung ist motiviert und leistungsfähig", zeigte sich Zwicknagl sicher. Insgesamt gebe es derzeit 2650 Auszubildende. "Das zeugt von einer hohen Ausbildungsquote der Betriebe."

Sollte der Übergang von Schule in Ausbildung nicht ohne Hilfen gelingen, stünden verschieden Maßnahmen vor und während der Ausbildung zur Verfügung. 380 junge Leute profitieren aktuell davon. Außerdem hatte Zwicknagl die jungen Flüchtlinge im Blick: "Die werden uns noch mehr fordern." (Blickpunkt)

Die Betriebe bieten jungen Arbeitnehmern weiterhin gute Beschäftigungschancen.Wolfgang Zwicknagl, Agentur für Arbeit Schwandorf
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