Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau
Zwiespältige Entwicklung

Rudolf Zimmerer (Zweiter von rechts) wurde als Aufsichtsratsmitglied bestätigt. Die Vorstände Michael Köstler, Maximilian Zepf und Thomas Stalla (von links) legten der Vertreterversammlung den Rechenschaftsbericht vor. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
15.06.2016
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"Tradition bewahren und Zukunft gestalten". Unter diesem Motto stand die 40. Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau am Montag in der Spitalkirche. Die Vorstände Maximilian Zepf, Michael Köstler und Thomas Stalla erstatteten Bericht und kündigten gleichzeitig den Ausbau der Digitalisierung an.

"Unsere Kunden können sich auf eine langfristig angelegte Strategie verlassen", versprach Thomas Stalla, der vor drei Monaten in den Vorstand berufen wurde. Er beklagte die staatlichen Reglementierungen, die vor allem den regional tätigen Genossenschaftsbanken zu schaffen machten.

Die Pläne zur Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme in Europa bezeichnete Direktor Michael Köstler als "massiven Eingriff in die Eigentumsrechte und Vertragsfreiheit". Der derzeit vorherrschende, politische Aktionismus belaste die betriebswirtschaftliche Ertragskraft der Banken. "Dabei waren es doch die kleinen, regionalen Institute, die in der letzten Finanzmarktkrise systemstabilisierend wirkten", erklärte Köstler.

Rücklauf und Chancen


Insgesamt bezeichnete der Vorstand die Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr als zwiespältig. Einerseits sei die rückläufige Ertragslage nicht wegzudiskutieren, andererseits würden sich daraus auch Chancen ergeben. Köstler nannte das wachsende Kundenbedürfnis nach digitalen Angeboten und nach individueller Beratung. 60 Prozent der Girokonten werden heute schon von zu Hause aus geführt", so Köstler.

"Rendite vor Volumen". Das gilt für Direktor Maximilian Zepf als Maxime. "Bilanzsumme und Kundeneinlagen haben sich auch 2015 auf dem Niveau der Vorjahre bewegt", so das Vorstandsmitglied. Die Eigenkapitalsituation der Bank habe sich positiv entwickelt. Durch Gewinnzuweisungen und die Dotierung der Rücklagen konnte das Eigenkapital um rund zehn Prozent erhöht werden. "Dies stellt eine gute Basis für ein gesundes Wachstum dar", betonte Maximilian Zepf. Die deutlich verschärften Auswirkungen der Zinspolitik haben dagegen Spuren in der Ertragslage hinterlassen. Nach den Hochrechnungen werde sich dieser Trend weiter fortsetzen. Deshalb will die Bank ihre Ertragsquellen auf eine breitere Basis stellen und bat die Mitglieder der Vertreterversammlung um Zustimmung zur dafür erforderlichen Satzungsänderung.

Drei Prozent Dividende


Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau hat 11 274 Mitglieder und im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Euro Steuern bezahlt, davon 628 000 Euro an Gewerbesteuern. 80 000 Euro haben Vereine, soziale Institutionen und gemeinnützige Initiativen an Zuwendungen erhalten. Nach der Feststellung des vorgelegten Jahresabschlusses und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Mitgliedervertreter einer Dividendenzahlung in Höhe von drei Prozent für das abgelaufene Geschäftsjahr zu. In der turnusmäßigen Wiederwahl des Aufsichtsrates wurde das bisherige Aufsichtsratsmitglied Rudolf Zimmerer im Amt bestätigt.
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