Viertes Sommerfest des türkisch-islamischen Kutlurvereins DITIB
Offene Arme gegen Klischees

Dass den Gästen das Essen mundete, zeigte die Tatsache, dass die Frauen des Kulturvereins beim Teigrollen kaum eine Pause einlegten. Bilder: doz (2), hfz
Vermischtes
Schwandorf
30.05.2016
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In Europa erleben Rechtspopulisten aktuell einen ungemeinen Aufschwung. In sozialen Netzwerken nimmt Fremdenfeindlichkeit zu. In diesen unruhigen Zeiten sendet der türkisch-islamische Kulturverein DITIB eine wichtige Botschaft: "Die Türen stehen für alle offen."

Das Zitat stammt von FW-Stadtrat Ferdi Eraslan und war am Wochenende vor allem wörtlich zu nehmen. Zum mittlerweile vierten Sommerfest kamen bei herrlichen Wetter nicht nur viele Männer, Frauen und Kinder aus der etwa 500 Mitglieder zählenden Glaubensgemeinde, sondern ebenso zahlreiche Schwandorfer Nichtmuslime. Auch OB Andreas Feller und seine Gattin Susanne schauten vorbei.

Moschee-Führung mit Imam


Eraslan betonte gegenüber dem Neuen Tag: "Jeder, der Interesse hat, unsere Kultur kennenzulernen ist willkommen. Vor allem vor dem Hintergrund des Medien-Wirrwarrs, das gerade herrscht, ist jeder eingeladen sich zu informieren." Denn in Deutschland sei es mittlerweile so, dass die Stammtischgespräche in die Politik Einzug hielten. Eraslan ist vor allem daran gelegen, "dass keine einseitige Sicht entsteht". Darum auch das Sommerfest.

Und weil Integration nun mal auch durch den Magen geht, servierten die Mitglieder des Kulturvereins feinste türkische Schmankerl. An einigen Ständen gab es außerdem handgefertigte Waren zu kaufen. Einblick gewährte eine Moschee-Führung mit Imam Ibrahim Deniz; Eraslan übersetzte. Während die Moschee von außen recht unscheinbar wirkt, ist sie von innen durchaus beeindruckend.

Vor allem für diejenigen, die noch nie eine Moschee betreten haben. Ein bisschen fühlt man sich an einen Handlungsort aus "Tausendundeine Nacht" versetzt. Die kunstvollen Verzierungen, die arabischen Schriftzeichen, die nach Mekka ausgerichtete Mihrãb und die Kuppel unter der es hallt zeigen ihre Wirkung.

Frei übersetztes Gedicht


Welche Poesie im Glauben liegt, zeigten Gedichte von Muslimen, die der Imam vortrug. Eines lautete, frei übersetzt von Eraslan: "Als du geboren bist, hast du geweint. Alle um dich herum haben gelacht. Lebe ein Leben, dass wenn du stirbst du lächelst und die anderen um dich herum weinen. Das wichtige ist das schöne Ende."

Jeder, der Interesse hat, unsere Kultur kennenzulernen ist willkommen. Vor allem vor dem Hintergrund des Medien-Wirrwarrs, das gerade herrscht ist jeder eingeladen, sich zu informieren.FW-Stadtrat Ferdi Eraslan
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