Vorfall in einer Disco mit weitreichenden Folgen für jungen Familienvater
Aggression führt in den Knast

Vermischtes
Schwandorf
14.06.2016
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Schwandorf/Amberg. Er hatte bis zuletzt gehofft. Doch es gab keine Chance: Der Aggressionstäter aus Schwandorf muss 15 Monate hinter Gitter und hat außerdem wohl auch eine noch offene Bewährungsstrafe abzusitzen. Der Familienvater weinte bitterlich. Der 28-Jährige, bald zum zweiten Mal Vater, hat ein Alkoholproblem. Viel schlimmer aber noch: Er braust leicht auf, wird aggressiv. Genau das brachte ihn nun hinter Gitter. Obwohl der Mann bis zum Schluss beteuerte: "Ich war das nicht."

Vor der Dritten Strafkammer des Landgerichts Amberg ging es um einen brutalen Gewaltakt, der sich nachts in einer Wackersdorfer Discothek zutrug. Zwei Männer scherzten auf der Tanzfläche, schubsten sich. Der 28-Jährige stand unmittelbar daneben, bekam einen unabsichtlichen Rempler. Was dann passierte, war bereits vor dem Schwandorfer Amtsgericht länger erörtert worden. Der Arbeiter ging wortlos auf einen der beiden Männer zu, versetzte seinem Opfer einen heftigen Kopfstoß ins Gesicht und sorgte dafür, dass dem 30-Jährigen das Nasenbein brach. Als der Verletzte sich im Toilettenbereich das Blut abwusch, wollte der Täter flüchten. Doch Security-Leute hinderten ihn daran. Der Stoß mit dem Kopf hatte nicht nur den Knochenbruch zur Folge. Er brachte es fatalerweise auch mit sich, dass der jäh attackierte 30-Jährige seinen Geruchssinn einbüßte.

Schon vor dem Amtsrichter hatte der 28-Jährige behauptet: "Ich habe damit nichts zu tun." Doch schon damals war er zweifelsfrei von Zeugen und vom Geschädigten identifiziert worden. Im Berufungsprozess hätten diese Leute nun ihre Beobachtungen wiederholt. Doch dazu kam es nicht mehr. Angesichts der Aussichtslosigkeit seines Einspruchs riet die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Gerd Dreßler dem Schwandorfer, seine Berufung zurück zu nehmen.

Der Familienvater beriet sich lange mit seinem Anwalt Josef Niedermeier (Teublitz). Dann stimmte er dem Ersturteil zu und vergoss Tränen. Denn damit stand fest: Er muss 15 Monate ins Gefängnis, hat wohl außerdem eine noch offene Bewährungsstrafe abzusitzen. Hinzu kommen enorme finanzielle Belastungen, die neben den Prozesskosten auch ein Schmerzensgeld für den Verletzten beinhalten. Rechtsanwalt Wilhelm Wartha (Schwandorf) kündigte als Nebenklagevertreter an, es für das Opfer geltend zu machen. "Sie werden den Weg in den Knast antreten müssen", ließ Richter Dreßler anklingen und riet dem 28-Jährigen dringend: "Nutzen Sie diese Zeit, um Ihr Alkohol- und Aggressionsproblem in den Griff zu kriegen."
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