Vortrag über Liquidität von Landwirtschafts-Betrieben
"Gute Jahre vorbei"

Vermischtes
Schwandorf
22.02.2016
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"Die guten Jahre in der Landwirtschaft sind vorbei", sagt Direktor Bernhard Werner. Welche Auswirkungen hat das auf die Liquidität der Betriebe und die Kreditvergabe der Banken? Darüber sprach der Kreisvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken bei einer Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes im Schwandorfer Tierzuchtzentrum.

Eine Zeit lang ging es der Landwirtschaft so richtig gut. Auf die fetten folgen jetzt aber die mageren Jahre. Der Preisverfall bei der Milch und beim Fleisch macht den Bauern zu schaffen. "Immer mehr Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht", schlägt BBV-Kreisobmann Hans Wilhelm Alarm. Bernhard Werner, Vorstandsprecher der Raiffeisenbank im Naabtal, sieht die Situation nicht gar so dramatisch: "Die Landwirtschaft im Landkreis ist immer noch gut aufgestellt".

Allerdings, so betonte der Diplom-Betriebswirt: "Die Banken schauen jetzt genauer hin, bevor sie Kredite vergeben." Wie sehen die Bilanzen aus? Kann der Betrieb seine Zahlungsziele einhalten? Wie groß ist die Eigenkapitalquote? Wie hoch die Verschuldung? Eine wichtige Rolle spielen Ertragslage und Rentabilität. Diese Faktoren lasse die Bank in ein Ratingsystem einfließen und schätze damit die Risiken ab, betonte Bernhard Werner. Warnsignale sind für den Bankdirektor Lastschriftrückgaben, Zahlungsschwierigkeiten oder Verstöße gegen bestehende Kreditvereinbarungen. "Wenn das Limit nicht mehr reicht, ist das für uns ein schwerwiegendes Warnsignal", machte Bernhard Werner deutlich.

Die Bank lasse aber auch Marktanalysen, Konjunkturentwicklung und politische Entscheidungen in die Bewertung einfließen. Von zentraler Bedeutung für eine Kreditvergabe sei auch die Unternehmensnachfolge. "Wenn ein 60-Jähriger ein Darlehen über 20 Jahre finanzieren möchte, fragen wir natürlich nach dem Hoferben", betonte der Sprecher der Raiffeisenbanken. Der Betriebsleiter könne auch wegen Krankheit längere Zeit ausfallen. Bernhard Werner rät den Landwirten deshalb zu einer Risikovorsorge.
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