Vortrag über "Vogel des Jahres" beim LBV
Hecken für den Stieglitz

Der Stieglitz ist in seiner Existenz bedroht und wurde deshalb zum Vogel des Jahres 2016 gekürt. Bild: hfz
Vermischtes
Schwandorf
09.02.2016
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Die Population des Stieglitz' hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Der bunte Singvogel findet nicht mehr ausreichend Nahrung und Schutz. "Wir alle können ihm helfen zu überleben", sagt Jan Reichow. Wie, das erklärte der Mitarbeiter beim "Landesbund für Vogelschutz" am Freitag.

Reichow sprach vor den Mitgliedern des LBV-Kreisverbandes im Gasthaus Hauser in Holzhaus. Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016. Er gehört zu den farbenfrohesten Finkenarten und ist mit seinen zwölf Zentimetern Länge einer der kleinsten seiner Gattung. Einer, der sich näher mit dem Stieglitz befasst, ist Jan Reichow. Er leistet gerade einen Freiwilligendienst beim "Landesbund für Vogelschutz" an der Bezirksgeschäftsstelle in Regenstauf.

Der Singvogel stehe für die Artenvielfalt und sollte deshalb geschützt werden, so Jan Reichow. Das nur 16 Gramm schwere Tier ernähre sich von den Samen von Korbblütlern und suche Deckung in Hecken. Beides finde er in der Natur nicht mehr in ausreichendem Maße vor, so der Referent.

Wildkräuter pflanzen


Er ermuntert die Landwirte und die Kommunen, die Hecken an den Feldern und Straßen stehen zu lassen und Wildkräuter zu pflanzen. "Auch jeder einzelne von uns kann etwas tun", betont Jan Reichow. Und zwar, indem er Wildstauden im heimischen Garten pflanze und dadurch für den Stieglitz eine Nahrungsquelle schaffe.

Der etwa spatzengroße Vogel war wegen seiner lebhaften Färbung bis ins 20. Jahrhundert ein beliebter Volierenvogel und wurde erst später durch exotische Arten ersetzt. Besonders auffallend sind sein schwarz-weiß-roter Kopf und ein deutlich abgesetztes, gelbes Flügelband.

Durchdringender Ruf


Für einen Finken besitzt der Stieglitz einen auffallend langen und spitzen Schnabel. Ein geeignetes Werkzeug, um sich auf Samen von Disteln, Kletten und anderen Korbblütlern zu spezialisieren. Das hat ihm auch den Zweitnamen "Distelfink" eingebracht. Nur selten nimmt er tierische Nahrung, hauptsächlich in Form von Blattläusen, zu sich. Den Namen hat er von seinem durchdringenden Ruf: "Stiglit". Zur Brutzeit, die Ende März beginnt, besiedelt der Stieglitz gerne Obstgärten, Streuobstwiesen und naturnahe Gärten in ländlicher Umgebung.

Die LBV-Bezirksgeschäftsstelle, für die der "Bundesfreiwillige" Jan Reichow arbeitet, beschäftigt sich mit Naturschutzaufgaben in der ganzen Oberpfalz und unterstützt dabei die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kreisgruppen. Aktuell zählt der Verband über 6500 Mitglieder in der Oberpfalz und betreut rund 600 Hektar Eigentumsflächen. Als "Anwalt der Natur" nimmt der Verband Stellung bei geplanten Eingriffen. Die Mitarbeiter informieren die Öffentlichkeit über aktuelle Naturschutzfragen.

Auch jeder einzelne von uns kann etwas tun.Jan Reichow von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle
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