Vortrag zur Massentierhaltung
„Skandalöses Arzneimittelrecht“

Angelika Demmerschmidt (rechts) und Alfred Damm (links) machen sich für die Abschaffung der Massentierhaltung stark. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
04.09.2016
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Angelika Demmerschmidt sieht einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Massentierhaltung und den "Killerkeimen", die in deutschen Krankenhäusern "30 000 bis 40 000 Todesfälle pro Jahr verursachen". Die Mitarbeiterin des Europaabgeordneten Dr. Klaus Buchner prophezeit "Zustände wie im Mittelalter, wenn wir nicht gegensteuern".

Voll mit Antibiotika


Veranstalter war am Donnerstag in der Spitalkirche das Aktionsbündnis "Kein Hähnchenmastbetrieb am Kapflhof". Bei den Lebensmittelskandalen der letzten Monate könnte einem der Appetit auf Hähnchen, Bratwürste und Grillfleisch vergehen, sagte Sprecher Alfred Damm. "Schlimm für die Tiere und gefährlich für den Menschen" empfindet Angelika Demmerschmidt "die industrielle Massentierhaltung". In den Agrarfabriken würden die Tiere "in kürzester Zeit zur Schlachtreife herangezüchtet". Ohne Bewegung, vollgestopft mit Antibiotika.

Druck aufbauen


Für die Ethnologin und Journalistin Angelika Demmerschmidt ist es "erschütternd, dass unsere Gesellschaft diese Qualen der Tiere zulässt". Die Massentierhaltung fördere zudem multiresistente Killerbakterien, "die kranken und geschwächten Menschen gefährlich werden". Was die Moderatorin besonders anprangert: "Die Politiker schließen die Augen vor den Gefahren mit dem Hinweis auf den Verlust von Arbeitsplätzen." Angelika Demmerschmidt wünscht sich deshalb "mehr Druck aus der Gesellschaft gegen diese Vogelstraußpolitik".

Die Referentin fordert ferner eine Änderung des "skandalösen Arzneimittelrechts". Der Tierarzt sei Mediziner und Apotheker in einer Person, verschreibe die Medikamente und liefere sie auch gleich. Auf diese Weise seien tieräztliche Großpraxen entstanden, "die Tür und Tor für die Massentierhaltung geöffnet haben". Angelika Demmerschmidt spielte ein Interview mit Professor Dr. Klaus Buchner ein, bei dem der ÖDP-Europaabgeordnete ein Abgabeverbot von Medikamenten an gesunde Tiere, die Trennung des Arzneimittelverkaufs und der tierärztlichen Behandlung sowie die Abschaffung der Massentierhaltung forderte. Sie sei eine Gefahr für Tier, Mensch und Umwelt, "weil sich dort Brutstätten für antibiotika-resistente Killerbakterien entwickeln". Es komme zum Austausch der Keime zwischen Tier und Mensch.
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