Zufrieden in die Zukunft

Vermischtes
Schwandorf
04.06.2016
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179 von 402: Das ist der Platz, auf dem Experten den Landkreis Schwandorf im bundesweiten Ranking sehen. Im kürzlich vorgestellten Zukunftsatlas punktet der Kreis vor allem in den Bereichen Innovation und Wohlstand. In anderen Feldern gibt es aber durchaus noch Nachholbedarf.

Die Wissenschaftler von "Prognos" nehmen seit 2004 alle drei Jahre die Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland unter die Lupe und erarbeiten aus vielen Faktoren einen Index, der die Zukunftschancen der jeweiligen Region zu prognostizieren versucht. Sie bescheinigen dem Landkreis Schwandorf einen ausgeglichenen Chancen-Risiko-Mix und Platz 179. Damit schneidet er in der Oberpfalz gut ab: Vor ihm liegen nur die Kreise Neumarkt (Platz 112) und Regensburg (39). Aushängeschild ist die Stadt Regensburg, die auf Rang 11 nur knapp den Sprung unter die besten Zehn in Deutschland verpasst hat.

Sechs Kriterien


Ein Vergleich der Plätze mit den Erhebungen aus den Vorjahren ist nicht aussagekräftig, da sich die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte in den vergangenen Jahren in Deutschland signifikant verändert hat. Nur so viel: Einen ausgeglichenen Chancen-Risiko-Mix prognostizierten die Wissenschaftler dem Landkreis in bislang allen Zukunftsatlanten seit 2004. Vergleichsweise weit vorne sehen die Experten den Landkreis bei den Punkten "Innovation" (Platz 139) und "Wohlstand" (108). Bei der Demografie liegt er auf Platz 291 und beim Arbeitsmarkt auf 248. Diese relativ schlechte Platzierung ist für einen Landkreis, der nahezu Vollbeschäftigung hat, durchaus bemerkenswert. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass eben aufgrund der guten Lage in den vergangenen Jahren kaum Verbesserungen möglich waren.

Hinzu kommen die Kriterien "Dynamik" (211) und "Stärke" (173). Erstgenanntes setzt sich aus veränderbaren Faktoren wie zum Beispiel der Bevölkerungsentwicklung, der Veränderung der Arbeitslosenquote oder des Bruttoinlandsproduktes zusammen. Der Punkt "Stärke" bildet den Ist-Zustand ab. Hier spielen auch Kaufkraft, Kriminalitätsrate, Anzahl der Top-500-Unternehmen, Anteil der Hochqualifizierten oder kommunale Schuldenlast eine Rolle.

"Wandel gut bewältigt"


"Die Studie belegt, dass man viel tun muss, um auf dem aktuellen Niveau zu bleiben", kommentierte Landrat Thomas Ebeling die Ergebnisse. Für Landkreise sei es immer schwierig, mit kreisfreien Städten verglichen zu werden. In einem reinen Landkreisranking wäre der Kreis weiter vorne, war der Landrat überzeugt. Besonders freuten ihn die guten Bewertungen in den Bereichen Wohlstand und Innovation. Ebeling schlussfolgerte: "Wir haben den Strukturwandel gut bewältigt. Es wurden viele neue und hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen." Die Arbeitslosenquote sei mit 3,0 Prozent auf einem sehr erfreulichen Tief. Alles in allem sei er mit der Bewertung nicht unzufrieden, sagte Ebeling. Er betonte aber: "Ehrlich gesagt, messe ich diesem Ranking aber auch keine überragende Bedeutung bei."
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