Zugegebener "Sekundenschlaf": Richter reduziert Strafe nach Einspruch
Ehrlichkeit lohnt sich auch vor Gericht

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Schwandorf
19.05.2016
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Ehrlich währt am längsten. "Ich bin eingeschlafen", hatte ein 23-Jähriger nach einem von ihm verursachten Verkehrsunfall auf der Autobahn sofort zugegeben. Das honorierte jetzt der Schwandorfer Amtsrichter Ewald Ebensperger mit einer Ahndung, die unter der in einem Strafbefehl ausgesprochenen Buße lag.

Er war an einem Oktobermorgen letzten Jahres in Pfreimd auf die A 93 eingebogen und wollte nach Regensburg. Der 23-Jährige überholte einen Lkw und fiel in den berühmten Sekundenschlaf. Beim Erwachen sah er, "dass vor mir einer gebremst hat." Dann krachte es auch schon. Der Wagen des jungen Mannes rammte einen vorausfahrenden Pkw, in dem zwei Oberfranken, Vater und Sohn, saßen. Sie erlitten beim Crash leichte Verletzungen. Den entstandenen Sachschaden schätzte die Polizei später auf 25 000 Euro. Er wurde durch Versicherungen gedeckt. Vor dem Richter wiederholte der 23-Jährige jetzt das, was er bereits am Unfallort einem Streifenbeamten der Polizei mitgeteilt hatte: "Ich bin eingeschlafen." Das sei wirklich ehrlich, befand der Vorsitzende und verhängte neben 1600 Euro Geldstrafe wegen Straßenverkehrsgefährung einen Monat Fahrverbot. Im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Amberg, gegen den Verteidiger Richard Wagner (Schwandorf) Einspruch eingelegt hatte, wäre die Buße um einiges höher ausgefallen.
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