Zweite Instanz verkürzt Freiheitsstrafe für 39-Jährigen, gibt aber auch keine Bewährung
Ob er will oder nicht: Schläger muss in Haft

Vermischtes
Schwandorf
01.09.2016
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Amberg-Schwandorf. Die Urteilsberatung dauerte bis zum späteren Abend. Dann stand fest: Für einen, der aggressiv und gewaltsam gegen andere vorgeht, führt irgendwann kein Weg mehr am Gefängnis vorbei. 18 Monate muss der Schläger in Haft.

Der Mann aus dem südlichen Landkreis wollte um keinen Preis hinter Gitter. Ein Ersturteil des Schwandorfer Amtsgerichts mochte der 39-Jährige nicht akzeptieren und legte Berufung gegen die 21 Monate ein, die er dort heuer im Frühjahr "erhalten" hatte. Deshalb musste sich nun die Dritte Strafkammer des Amberger Landgerichts mit den Vorgängen befassen. Sie brauchte zwei Verhandlungstage dafür, wobei der Angeklagte seltsamerweise zum zweiten Termin nicht erschien. Also holte ihn die Burglengenfelder Polizei und führte den Beschuldigten in Amberg vor.

Keine Chance mehr verdient


In dem Berufungsverfahren ging es um zwei gewaltsame Übergriffe des mehrfach vorbestraften Mannes. Er hatte zwecks Beitreibung von Geldschulden einem 25 Jahre alten Bekannten nachts in einem dunklen Hauseingang aufgelauert und ihn mit einer langen Eisenstange traktiert (wir berichteten). Außerdem war er mit Schlägen gegen den Sohn einer ihm befreundeten Frau vorgegangen.

Während der beiden Verhandlungstage versuchte der 39-Jährige, die Geschehnisse zu verharmlosen. Doch nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen hatte die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Gerd Dreßler keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte unbeherrscht und ungezügelt zuschlug. Sollte es dafür erneut Bewährung geben? Die Richter verneinten. Im Gegensatz zum Ersturteil gaben sie dem Mann zwar drei Monate "Rabatt" und änderten insofern die Entscheidung der Schwandorfer Justiz. Sie schickten den 39-Jährigen aber 18 Monate hinter die Mauern einer Haftanstalt.

Der Angeklagte nahm es grollend zur Kenntnis. Doch zu einer weiteren Chance, so hieß es in der Begründung, bestehe kein Anlass. Auch nicht angesichts einer festen Arbeitsstelle, die der Mann momentan hat.
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