Zwischenfall in der Oberpfalzhalle geht in zweite Instanz
„Kung Fu“ im Fußball erneut vor Gericht

Vermischtes
Schwandorf
31.08.2016
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Das Amtsgericht verhandelte einen ganzen Tag lang. Dann ahndete es die rüde Attacke eines Fußballers mit 5400 Euro Geldstrafe und hielt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung für erwiesen (wir berichteten). Das Urteil soll nun vom Landgericht Amberg überprüft werden.

Nach einem Foul


Mit körperlichen Angriffen auf Spielfeldern muss sich die bayerische Justiz öfter beschäftigen. Der vor wenigen Wochen in Schwandorf verhandelte Fall aber ragte heraus. Auf der Anklagebank saß ein 22-jähriger Fußballer des Vereins FT Eintracht Schwandorf. Bei der Schwandorfer Hallenstadtmeisterschaft hatte er im Dezember letzten Jahres nach Überzeugung der Richterin Petra Froschauer grundlos zu einer üblen Attacke angesetzt.

Bei dem Spiel in der Oberpfalzhalle war es zunächst zum Foul an einem Akteur des TuS Dachelhofen gekommen. Während er zu Boden ging, machte einer seiner Mannschaftskameraden (25) dem für die Attacke verantwortlichen Spieler Vorwürfe und stieß ihn mit beiden Händen weg.

Quasi aus dem Hinterhalt nahm Sekunden später ein Mitglied des Eintracht-Teams Anlauf, rannte auf den 25-Jährigen zu und rammte ihm einen Fuß in den oberen Halsbereich. Während des Prozesses hatten mehrere der insgesamt 19 vernommenen Zeugen von "Kung Fu-" und "Taekwondo-Manier" gesprochen.

Der Verletzte musste ins Krankenhaus, er war danach mehrere Wochen arbeitsunfähig. Die Eintracht-Mannschaft wurde nach dem Zwischenfall vom weiteren Turnierverlauf ausgeschlossen. Der Schiedsrichter wollte allerdings von dem Übergriff nichts mitbekommen haben.

Beide Seiten in Berufung


Gegen das vom Amtsgericht ergangene Urteil haben nun sowohl Verteidiger Norbert Rötzer als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Das bedeutet: Die Dritte Strafkammer des Landgerichts Amberg muss den Fall erneut aufrollen - womöglich mit noch mehr Zeugen. Der Angeklagte hatte während der Erstverhandlung darauf beharrt, er sei eigentlich nur zum Zweck der Schlichtung "dazwischen gesprungen". Wichtige Beweisfunktion kommt einem während des Hallenturniers erstellten Video zu. Darauf sind Einzelheiten des Vorfalls erkennbar.
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