Arbeitsmarkt
"2015 - ein Jahr der Rekorde am Arbeitsmarkt"

(Foto: Stephan Huber)
Wirtschaft DE/WELT
Schwandorf
26.01.2016
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Schwandorf: Agentur für Arbeit | Auch in der mittleren Oberpfalz hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2015 positiv entwickelt. „In Teilregionen, die über lange Jahre mit dem Thema ,Krise am Arbeitsmarkt‘ in Verbindung gebracht wurden, gab es sogar historisch bedeutsame Entwicklungen“, teilte die Agentur für Arbeit Schwandorf mit. Sie ist für die Landkreise Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie die kreisfreie Stadt Amberg zuständig.

So unterschritt im Bezirk Sulzbach-Rosenberg, der den Zusammenbruch der Maxhütte mit dem Verlust tausender Arbeitsplätzen zu verkraften hatte, die Arbeitslosigkeit im Oktober erstmals die Drei-Prozent-Marke. Im Bezirk Bad-Kötzting, der vor 30 Jahren im Winter eine Arbeitslosenquote von 45 Prozent verzeichnete, erreichte die Arbeitslosenquote im Juni eine „1 vor dem Komma“, teilte die Agentur weiter mit. Im November hatte die Oberpfalz mit 2,8 Prozent erstmals die niedrigste Quote aller bayerischen Regierungsbezirke.



Dazu die Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Schwandorf:

2015 - ein Jahr der Rekorde am Arbeitsmarkt


Bei günstiger wirtschaftlicher Entwicklung hat sich der Arbeitsmarkt im Jahre 2015 in der mittleren Oberpfalz weiter positiv entwickelt. In Teilregionen, die über lange Jahre mit dem Thema „Krise am Arbeitsmarkt“ in Verbindung gebracht wurden, gab es sogar historisch bedeutsame Entwicklungen. Im Bezirk Sulzbach-Rosenberg, der in den 80-er Jahren den Zusammenbruch der Maxhütte mit dem Verlust tausender Arbeitsplätzen zu verkraften hatte, unterschritt die Arbeitslosigkeit im Oktober zum ersten Mal die Drei-Prozent-Grenze.

Im Bezirk Bad-Kötzting, der vor 30 Jahren im Winter noch eine Arbeitslosenquote von 45 Prozent verzeichnete, erreichte die Arbeitslosenquote im Juni eine „1 vor dem Komma“.

Im November dieses Jahres konnte die gesamte Oberpfalz mit 2,8 Prozent zum ersten Mal die niedrigste Quote aller bayerischen Regierungsbezirke vermelden.

Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf, der die Landkreise Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie die kreisfreie Stadt Amberg umfasst, waren im Jahr 2015 durchschnittlich 7.880 Personen arbeitslos gemeldet, 310 Personen bzw.3,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

„Mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2015 konnte im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf zum fünften Mal in Folge ein noch besserer Wert als der bayerische Durchschnitt, der bei 3,6 Prozent liegt, erreicht werden. In der Oberpfalz lag die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent. Damit erreichte die Oberpfalz den günstigsten Wert der Regierungsbezirke Bayerns“, sagte Joachim Ossmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Nach Rechtskreisen betrachtet, ging die Arbeitslosigkeit im Schwandorfer Agenturbezirk im Bereich des SBG III um rund 360 Personen bzw. 7,6 Prozent zurück. Im Rechtskreis SGB II „Hartz IV“ stieg die Arbeitslosigkeit leicht an, und zwar um rund 50 Personen bzw. 1,4 Prozent.

Hohe Bewegungsvorgänge


Hinter den Bestandszahlen von Arbeitslosen und Beschäftigten verbergen sich beachtliche Bewegungen. Dabei haben sich die Austauschprozesse im vergangenen Jahr leicht abgeschwächt. Im Jahr 2015 meldeten sich rund 31.890 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos, 550 Personen bzw. 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Leicht zurückgegangen sind auch die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit, und zwar um rund 430 Personen, bzw. 1,3 Prozent auf 32.220.
Rund 13.000 Arbeitslose haben im Jahr 2015 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 170 bzw. 1,3 Prozent weniger als im Jahr 2014.

Kräftenachfrage gewachsen


Die auf hohem Niveau liegende Nachfrage nach Arbeitskräften ist im vergangenen Jahr merklich gestiegen. Insgesamt meldeten Betriebe und Verwaltungen im Jahresverlauf 2015 rund 12.790 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, 1.540 Angebote mehr als im Vorjahr. Das entspricht 13,6 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Leicht angestiegen ist auch der Bestand an Stellenangeboten. Jahresdurchschnittlich waren im Jahr 2014 rund 2.360 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote registriert, knapp 130 Angebote bzw. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neuer Beschäftigungsrekord


Die Beschäftigung erreichte im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf einen neuen Höchststand. Nach den aktuellen Ergebnissen der Beschäftigtenstatistik waren Ende Juni 2015 im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf rund 154.910 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 3.040 Personen bzw. 2,0 Prozent mehr als im Jahr 2014. Der leichte Beschäftigungsanstieg erstreckt sich quer durch die Wirtschaftszweige.

Geringfügig zurückgegangen ist die Zahl der „Minijober“. Ende Juni 2015 gab es im Gesamtbezirk der Schwandorfer Arbeitsagentur rund 37.980 geringfügig entlohnte Beschäftigte, 80 Personen bzw. 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Ausblick auf das Jahr 2015


Nach den Prognosen der Wirtschaftsexperten wird sich die der moderate Aufschwung weiter fortsetzen. Im Jahresverlauf 2016 ist jedoch aufgrund der steigenden Zahl der Anerkennungen bei Flüchtlingen von einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen auszugehen. Dabei lässt der hohe Bedarf an Arbeitskräften die Hoffnung zu, dass die Integration der geflohenen Menschen in den Arbeitsmarkt nach entsprechender Vorbereitung gelingen kann.

Ein besonderes Augenmerk gilt weiterhin den langzeitarbeitslosen Menschen. Dabei soll die derzeit gute Lage auf dem Arbeitsmarkt genutzt werden, um mit intensiver Beratung und Qualifizierung verstärkt Jobchancen zu erschließen.

Eine gute Ausbildung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt. Daher bildet die aktive Begleitung des Berufsweges und die Bereitstellung von Angeboten einen Schwerpunkt der Arbeitsvermittlung und der Berufsberatung, um bei Brüchen im Arbeitsleben zu unterstützen und Übergänge (Schule – Ausbildung, Ausbildung – Beruf, Beruf – Familienpause – Rückkehr) erfolgreich zu gestalten.

Um die Beschäftigungschancen von schwerbehinderten Menschen zu erhöhen, wird es weiterhin darauf ankommen, Arbeitgeber zu erschließen, damit auch die Nutzung von Inklusionsprogrammen verbessert werden kann.

Regionale Entwicklung des Arbeitsmarktes


In den Teilregionen des Agenturbezirks hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2015 unterschiedlich entwickelt.


Geschäftsstelle Schwandorf

Im Bezirk der Geschäftsstelle Schwandorf waren im Jahr 2015 durchschnittlich rund 2.490 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um rund 100 Personen bzw. 4,0 Prozent an.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent im Jahr 2014 stieg auf 3,3 Prozent im Jahr 2015.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 180 bzw. 1,8 Prozent auf 10.480.

Die Kräftenachfrage stieg im Jahr 2014 merklich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 5.050 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung (Vorjahr 4.680).

Geschäftsstelle Amberg

Im Bezirk der Geschäftsstelle Amberg waren im Jahr 2015 durchschnittlich rund 2.150 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 100 Personen bzw. 4,4 Prozent zurück.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent im Jahr 2014 reduzierte sich auf 3,8 Prozent im Jahr 2015.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 90 bzw. 1,1 Prozent auf 7.980 an.

Die Kräftenachfrage stieg im Jahr 2015 beachtlich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 2.500 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung (Vorjahr 2.100).
Geschäftsstelle Cham

Im Bezirk der Geschäftsstelle Cham waren im Jahr 2015 durchschnittlich rund 1.640 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, rund 150 Personen bzw. 8,5 Prozent weniger als im Jahr 2014.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent im Jahr 2014 reduzierte sich auf 3,0 Prozent im Jahr 2015.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen ging gegenüber dem Vorjahr um rund 590 bzw. 7,4 Prozent auf 7.380 zurück.

Die Kräftenachfrage zog im Jahr 2015 merklich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 2.960 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung (Vorjahr 2.750).

Geschäftsstelle Bad Kötzting

Im Bezirk der Geschäftsstelle Bad Kötzting waren im Jahr 2015 durchschnittlich 490 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit um rund 40 Personen bzw. 6,8 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote verbesserte sich von 3,3 Prozent im Jahr 2014 auf 3,1 Prozent im Jahr 2015.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 130 bzw. 5,6 Prozent auf 2.170.

Die Kräftenachfrage stieg im Jahr 2015 deutlich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen 770 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung (Vorjahr 580).

Geschäftsstelle Oberviechtach

Im Bezirk der Geschäftsstelle Oberviechtach waren im Jahr 2014 durchschnittlich 260 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit um rund 20 Personen bzw. 7,0 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 3,7 Prozent im Vorjahr auf 3,5 Prozent im Jahr 2015 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Meldungen bzw. 3,0 Prozent auf 950.

Die Kräftenachfrage stieg deutlich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 320 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, 100 Angebote bzw. 47 Prozent mehr als im Vorjahr.

Geschäftsstelle Sulzbach-Rosenberg

Im Bezirk der Geschäftsstelle Sulzbach-Rosenberg waren im Jahr 2015 durchschnittlich 850 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit merklich, und zwar um rund 100 Personen bzw. 10,3 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 3,7 Prozent im Jahr 2014 auf 3,3 Prozent im Jahr 2015 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 70 Meldungen bzw. 2,4 Prozent auf 2.940.

Die Kräftenachfrage stieg im Jahr 2015 deutlich an. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 1.190 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, rund 250 bzw. 27 Prozent mehr als im Vorjahr.
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