130 anwohner kommen zu SPD-Informationsveranstaltung
Kiesabbau bereitet Sorgen

Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Arnold Kimmerl (linkes Bild), sprach besonders die Umweltschutzaspekte an. Der Klardorfer Ortsvorsitzender Andreas Weinmann (rechtes Bild) legte die Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion noch einmal dar. Bilder: kga (2)
Wirtschaft
Schwandorf
07.04.2016
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Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Arnold Kimmerl (linkes Bild), sprach besonders die Umweltschutzaspekte an. Der Klardorfer Ortsvorsitzender Andreas Weinmann (rechtes Bild) legte die Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion noch einmal dar. Bilder: kga (2)

Die Verunsicherung bleibt: Die Klardorfer befürchten, dass die Erweiterung des Kiesabbaus den Grundwasserspiegel beeinflusst. Rund 130 Bürger kamen am Montag zu einer Veranstaltung der SPD, hörten Fachleute und diskutierten.

Mit einem solchen Ansturm besorgter Anwohner hatte die SPD nicht gerechnet. Rund 130 Bürger kamen ins Gasthaus Obermeier, die Stühle wurden knapp. Die geplante Erweiterung der Kiesabbaufläche südlich des Klausensees ist das Thema im Stadtteil. Entsprechend viele Fragen gab es nach den Fachvorträgen, nicht alle konnten beantwortet werden: Es fehlen schlicht noch die Unterlagen und Untersuchungen.

"Möglichst neutral"


Die Zweifel und die Verunsicherung wegen des eventuell steigenden Grundwasserspiegels oder einer Hochwassergefahr am Wolferlohgraben konnten nicht ausgeräumt werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) soll weitere Klarheit schaffen. SPD-Ortsvorsitzender und Stadtrat Andreas Weinmann sagte, die SPD habe bei der Auswahl der Referenten großen Wert auf Neutralität gelegt, "um uns nicht nachsagen zu lassen, in dieser wichtigen Angelegenheit Parteipolitik zu machen." Der geplante Abbau betreffe alle Klardorfer. Fakt sei, dass sich das Vorhaben nach wie vor im Genehmigungsverfahren befinde und noch nichts beschlossen ist.

Große Waldflächen


Geplant sind 13 weitere Hektar Abbaufläche. Dazu müssten knapp zwölf Hektar Wald zwischen Südsee und der Bahnstrecke abgeholzt werden. Schon vor zwei Jahren habe das Kieswerk Klardorf einen Antrag eingereicht, diesen aber nach einer negativen Stellungnahme der Stadt Schwandorf und der zahlreichen Bürgereinwendungen wieder zurückgezogen. Genehmigungsbehörde für den Abbau ist das Landratsamt. Wichtig sei es nun, die UVP abzuwarten. Bis dahin ruhe das Verfahren, die Behörden warten auf die Ergebnisse. Danach erfolgt eine erneute Auslegung der Planunterlagen mit der Möglichkeit, Einwendungen vorzubringen. Weinmann formulierte die Forderungen des SPD- Ortsvereins, die im Gasthaus große Zustimmung fanden. Eine Erhöhung des Grundwasserspiegels im Bereich der Ortsbebauung und eine Hochwassergefahr am Wolferlohgraben müsse ausgeschlossen und für den gerodeten Wald Ausgleich geschaffen werden. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Arnold Kimmerl, erläuterte, dass das Kieswerk Klardorf ein Antragsrecht habe, da diese Flächen "Vorrangsflächen" sind. Ob der Kiesabbau zu einer Erhöhung des Grundwasserspiegels führe, könne etwa in vorhandenen Brunnen gemessen werden. Würde der Kiesabbau genehmigt, sollten jedoch Auflagen der Naturschutzbehörde erfolgen, sagte Kimmerl.

Er würde begrüßen, wenn die gewonnene Wasserfläche aus der Freizeitnutzung herausgenommen und durch Anpflanzung von Schilfrohr und ähnlichem ein Biotop geschaffen werden. Seen für die Freizeitnutzung gebe es in der Umgebung bereits genügend, sagte Kimmerl. Der Bund Naturschutz stehe aber grundsätzlich dafür, Flächen und Rohstoffe zu sparen und vorhandenes Baumaterial zu recyclen.

Stefan Küster vom Stadtplanungsamt erklärte anhand der Unterlagen den Zuhörern die Lage der Abbaufläche und den Verlauf des Grundwassers, das in Richtung Südwesten zur Naab ziehe. Ohne einen triftigen Grund habe die Stadt Schwandorf keine Möglichkeit, dem Antrag das Einvernehmen zu verweigern. Allerdings fehle die UVP noch.

Vernünftige Lösung finden


Landtagsabgeordneter und SPD-Fraktionschef im Stadtrat Franz Schindler sprach sich dafür aus, die Umweltverträglichkeitsprüfung abzuwarten. Das Thema werde im Stadtrat sehr ernst genommen. Positiv sehe er aber, dass sich die Ausweitung der Abbaufläche deutlich verschoben habe und wesentlich geringer geworden sei. Wenn alle Fakten vorliegen, werde sicher eine vernünftige Lösung gefunden. (Angemerkt)
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