80 Leiharbeiter wechseln zu Schnellecke Logistics
BMW holt sich Dienstleister

Am BMW-Standort in Wackersdorf sind rund 3000 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Verantwortlichen sehen ihn als Referenzbetrieb und vergeben deshalb Arbeiten an Dienstleister. 80 Leiharbeiter wechseln deshalb zum 1. Mai zu Schnellecke Logistics. Bild: Hartl
Wirtschaft
Schwandorf
12.04.2016
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Nach übereinstimmenden Aussagen plant BMW schon seit längerem einen Umbau im Logistik-Bereich. Den Standort Wackersdorf sieht Leiter Thomas Dose als "Referenzbetrieb". Für 80 Leiharbeiter hat das nun konkrete Auswirkungen.

Schwandorf/Wackersdorf. Denn sie sollen ab 1. Mai für die Firma Schnellecke Logistics arbeiten, das für BMW die Aufgabe übernehmen soll, Teile für die 5er-Reihe zu verpacken. Schnellecke ist ein Logistikunternehmen, das an 50 Standorten weltweit vertreten ist und über 18 000 Mitarbeiter beschäftigt. Dose begründet diesen Schritt damit, dass "die Tätigkeit als Dienstleister nicht unsere Kernleistung ist". Betroffen seien keine BMW-Beschäftigten, sondern ausschließlich Zeitarbeitskräfte. Die hätten bisher schon in einer von BMW angemieteten Halle gegenüber des Innovationsparks gearbeitet, und würden das auch weiterhin tun.

Die Maßnahme sei ein noch "offener Teil" eines Projektes, bei dem es vorrangig darum geht, gewisse Arbeiten an Dienstleister zu übertragen. Das bestätigt auch BMW-Betriebsratsvorsitzender Werner Zierer. Von beiden Seiten war auch zu hören, dass dieses Thema bereits in den Betriebsversammlungen angesprochen wurde. Standort-Leiter Dose sieht für die 80 Leiharbeiter einen großen Vorteil, weil sie feste Verträge bekämen. Betriebsratsvorsitzendem Zierer liegt vor allem eine gerechte Bezahlung am Herzen. Nach seiner Aussage gibt es dafür auch eine im vergangenen Jahr abgeschlossene Vereinbarung für den Fall, wenn der Dienst eines Dienstleister-Unternehmens in Anspruch genommen wird.

Jürgen Scholz, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg erklärt: "Ein Tarifvertrag muss noch abgeschlossen werden." Deshalb werde die Gewerkschaft bald in Verhandlungen treten. Scholz glaubt zwar nicht, dass der Vertrag an das Niveau des Flächentarifvertrags für die Metall- und Elektroindustrie heranreicht - zumal es sich um die Logistikbranche handelt -, dennoch will er weitgehend in diesen Bereich. Sein Ziel ist es, dass die 80 Mitarbeiter mindestens so viel bezahlt bekommen wie bisher. "Eigentlich möchten wir ein bisschen mehr haben", betont er.

Stellschrauben gibt es laut dem IG-Metall-Geschäftsführer vor allem bei der Arbeitszeit sowie beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Um einen "möglichst guten Tarifvertrag durchzusetzen", hofft Scholz darauf, dass möglichst viele sich der IG Metall anschließen. Denn: "Das alles ist kein Selbstläufer."
Ein Tarifvertrag muss noch abgeschlossen werden.Jürgen Scholz, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg
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