Agentur für Arbeit bekommt zusätzliches Geld für Integration
Lehre statt Aushilfsjob

Wirtschaft
Schwandorf
27.01.2016
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7271 Arbeitslose registrierte die Agentur für Arbeit im Dezember im Gesamtbezirk, darunter 994 Ausländer. Knapp die Hälfte der Arbeitslosen ohne deutschen Pass kam aus Staaten der EU, erläuterte der Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, Joachim Ossmann.

Für das laufende Jahr erwartet er, dass die Flüchtlingszahlen auch auf die Arbeitslosenstatistik durchschlagen, allerdings nicht vehement. Etwa 970 Flüchtlinge sind derzeit in Sprachkursen untergebracht, auch um sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Für rund 300 sind spezielle Fördermaßnahmen geplant, für die die Arbeitsagentur zusätzliches Geld zugewiesen bekommt. Die Fördermaßnahmen gehen also nicht zulasten des "normalen" Geschäfts.

Sprachkurse, Fort- und Ausbildung stehen für die Flüchtlinge ganz oben auf dem Programm, vor allem für die jungen Asylbewerber. Die Agentur will verhindern, dass sie schnell Aushilfsjobs annehmen, dafür die jungen Leute in eine (geförderte) Berufsausbildung bringen. Dazu sieht Ossmann gute Chancen: "Sie sind hoch motiviert und wollen sich hier ein neues Leben aufbauen."

Über Schule, Einstiegsqualifizierung bei einem Arbeitgeber oder in Kursen sowie weiteren Unterstützungsmaßnahmen will die Agentur die jungen Leute, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland bleiben dürfen, an einen Berufsausbildungs-Abschluss heranführen. Die aufgelegten Förderprogramme entsprechen weitgehend denen, die auch Einheimischen zuteil werden, ergänzt um die Sprachförderung.

Bei der Agentur waren Ende Juni 2015 genau 927 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus den 15 Herkunftsländern registriert, aus denen die meisten Flüchtlinge kamen. Es sei also bei weitem nicht so, dass die Asylbewerber alle in die Arbeitslosigkeit fielen, sagte Ossmann.

Das gleiche Augenmerk richtet die Agentur auf die Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr ohne Beschäftigung). Ihre Zahl sank zwar 2015 im Durchschnitt auf 1713, der Rückgang um 65 ist dem Agenturchef aber zu gering.

Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der "450-Euro-Jobber". Sie lag bei 37 980 gegenüber 38 064 im Vorjahr. 2015 gab die Arbeitsagentur für aktive Fördermaßnahmen 24,6 Millionen Euro aus. (ch)
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