Bayernwerk zieht um

Die Bayernwerksvertreter Peter Ketterl, Martin Hanner und Richard Fritsch (von rechts) überreichten Oberbürgermeister Andreas Feller (links) ein Bild des Energiepioniers Oskar von Miller und eine Marienstatue (links). Beide Exponate bekommt jetzt das Stadtmuseum.
Wirtschaft
Schwandorf
08.03.2016
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Dieses Gebäude aus dem Jahre 1930 wird abgerissen. An gleicher Stelle entsteht ein Netzcenter der Bayernwerk AG, in dem ab nächstem Jahr 70 Mitarbeiter beschäftigt sein werden. Bilder: rid(2)

1,5 Millionen Euro investiert die Bayernwerk AG in den Neubau eines Netzcenters und verlagert den Standort von der Regensburger an die Ettmannsdorfer Straße. Dafür muss das 85 Jahre alte Gebäude des ehemaligen E-Werks Schwandorf weichen. Darin befinden sich derzeit noch zwei wertvolle Exponate, die das Unternehmen der Stadt schenkt.

Mitte der 1950er-Jahre wurde das heutige Netzcenter-Gebäude des Bayernwerks an der Regensburger Straße 4a erbaut. 50 Mitarbeiter kümmern sich dort um die Projektierung der regionalen Netzbaumaßnahmen. Anfang 2017 zieht das Netzcenter in die Ettmannsdorfer Straße um. "Wir haben dann alle 70 Schwandorfer Bayernwerk-Mitarbeiter an einem Standort vereint", erklärt Peter Ketterl, der beim Bayernwerk für die "Netzdienste Oberpfalz" verantwortlich ist.

Haus wird abgerissen


In der Ettmannsdorfer Straße 38 sind die mobilen Servicekräfte für Strom und Gas ansässig. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1985 erbaut und befindet sich derzeit in der Sanierung. Um das Jahr 1930 errichtet wurde das Gebäude des E-Werks Schwandorf in der Ettmannsdorfer Straße 40. Dieses Haus wird nun abgerissen. Am gleichen Standort entsteht ein Neubau, den die heute in der Regensburger Straße angesiedelten Netzcenter-Mitarbeiter im kommenden Jahr beziehen werden. Das Bayenwerk-Schulungszentrum in der Ettmannsdorfer Straße bleibt unverändert. Die Kosten für alle Sanierungs-, Abriss und Bauarbeiten betragen rund 1,5 Millionen Euro.

Kein geringer als Oskar von Miller hat Schwandorf und die Ettmannsdorfer Umgebung zu einem besonderen Standort der bayerischen Energiegeschichte werden lassen. 1895 errichtete der bayerische Energiepionier im Mühlenanwesen in Ettmannsdorf ein Wasserkraftwerk. Am 15. Dezember 1895 erfolgte erstmals die Stromlieferung an die Stadt und den Bahnhof Schwandorf. In der Weiterentwicklung der Schwandorfer Stromversorgung ist um das Jahr 1930 das Verwaltungsgebäude des ehemaligen E-Werks entstanden. "Unser gesamtes Unternehmen Bayernwerk fußt auf den Pionierleistungen Oskar von Millers ", erklärt Martin Hanner, zuständiger Leiter des Bayernwerks für Kommunen und Kooperationen in Ostbayern. Der heutige Bayernwerk-Standort in der Ettmannsdorfer Straße sei ein wichtiger Bestandteil der Pionierleistungen Oskar von Millers. "Auch wenn wir dieses Gebäude nun erneuern, wollen wir den Pioniergeist und das Wirken Oskar von Millers hochhalten", so Martin Hanner.

Größter Netzbetreiber


Die Bayernwerk AG versorgt fünf Millionen Menschen in Bayern mit Energie. Mit einem Stromnetz von rund 153 000 Kilometern Länge und einem etwa 5700 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34 500 Kilometern. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In sein Netz hat das Bayernwerk rund 260 000 regenerative Erzeugungsanlagen angeschlossen und verteilt so zu mehr als 60 Prozent ausschließlich regenerative Energie. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige Eon-Tochter.

Die Bayernwerksvertreter Peter Ketterl, Martin Hanner und Richard Fritsch überreichten Oberbürgermeister Andreas Feller ein Bild des Energiepioniers Oskar von Miller und eine Marienstatue. Beide Exponate befinden sich momentan noch im Gebäude, das in Kürze abgerissen wird. Sie sollen einen Platz im Stadtmuseum bekommen.
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