Berufschance für junge Flüchtlinge
Horsch und EMZ bilden aus

"Alle haben zusammengeholfen", freute sich Geschäftsführerin Cornelia Horsch bei der Vorstellung des "Schwandorfer interkulturellen Ausbildungsprogramms".
Wirtschaft
Schwandorf
13.06.2016
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Das Modell nennt sich "Schwandorfer interkulturelles Ausbildungsprogramm" und startet am 1. September. Die Firma Horsch bildet zehn junge Flüchtlinge aus und macht dafür nicht nur humanitäre Gründe geltend.

"Wir sind ein internationales Unternehmen und immer auf der Suche nach Nachwuchs", erklärt Geschäftsführerin Cornelia Horsch. "Bei den Flüchtlingen müssen wir unsere Ausbildungsstrategie völlig verändern", hat Gerhard Springs inzwischen erkannt. Der Personalleiter spricht von einer "ganzheitlichen Betreuung und Förderung". Es stelle sich die Frage nach dem sozialen Umfeld und der Mobilität der Jugendlichen. Rechtliche Fragen seien zu klären und: "Wie meistern die jungen Leute aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und der Elfenbeinküste ihren Alltag in einem völlig anderen Kulturkreis."

Ausbildungsleiter Anton Grauvogl kennt die unbegleiteten Jugendlichen, die im "Haus des Guten Hirten" in Ettmannsdorf wohnen, bereits aus dem Praktikum. Sein Eindruck: "Sie sind extrem motiviert und lernen schnell unsere Sprache." Dennoch gebe es Probleme in der Berufsschule. Deshalb drängte die Firma Horsch auf die Bildung einer eigenen Klasse. Zehn Leute aber waren zu wenig. Das Unternehmen suchte sich Partner, die ebenfalls Flüchtlinge ausbilden sollten. "EMZ Hanauer in Nabburg macht mit", freute sich Gerhard Springs bei der Pressekonferenz am Freitag. Jetzt werden es voraussichtlich 15 Schüler sein, die im September in einer eigenen Flüchtlingsklasse in den deutschen Berufsalltag starten.

Die Firma Horsch bildet die Jugendlichen in den Bereichen "Metall und Logistik" aus. Die Lehre dauert zwei Jahre. Und was kommt danach? Personalleiter Gerhard Springs ist zuversichtlich: "Die jungen Leute werden wichtige Fachkräfte sein, entweder hier bei uns oder in ihrer Heimat".

Bei der Überwindung der Hürden hat das Unternehmen Hilfestellung bekommen von der Regierung der Oberpfalz, der Industrie- und Handelskammer, der Arbeitsagentur, vom Landratsamt, der Berufsschule, von der Initiative "Crossing Lifelines" und vom Haus des Guten Hirten. Vertreter aller Partner waren am Freitag auf das Firmengelände auf dem Sitzenhof gekommen, um zu bekunden: "Bei der Ausbildung der Flüchtlinge ziehen wir alle an einem Strang". Dem schloss sich Oberbürgermeister Andreas Feller an, für den das Unternehmen "auch in der Ausbildung eine Vorzeigefirma ist". Zusätzlich zu den zehn Flüchtlingen stelle der Betrieb 16 weitere Lehrlinge ein.
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