Drei Geschäftsstellen machen Ende des Jahres dicht, zwei im Mai 2017
Raiffeisenbank schließt fünf Filialen

Die Raiffeisenbank-Vorstände (von links) Thomas Stalla, Michael Köstler und Maximilian Zepf (rechts) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Köhler (Zweiter von rechts) verkündeten am Freitag die Filialschließungen. Bild: doz
Wirtschaft
Schwandorf
23.09.2016
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Gerüchte kursierten schon seit einigen Tagen. Nun steht fest: Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau schließt fünf ihrer zwölf Filialen. Das teilten die Vorstände bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag mit. Zum Jahresende machen die Zweigsstellen in Neukirchen bei Schwandorf, Steinberg am See und Fischbach zu. Am 31. Mai 2017 folgt die Schließung in Wald und Neukirchen-Balbini.

Geldautomat und Kontoauszugsdrucker gibt es von den fünf Standorten dann nur noch in Wald (Kreis Cham). Aber vorerst nur bis Ende 2017. Die Bank entscheidet dann in "Abhängigkeit zur Nutzung", ob die Geräte abgebaut werden. Stattdessen setzt die Raiffeisenbank laut Vorstand Thomas Stalla auf Kooperationen mit beispielsweise Bäckern, Metzgern und Einkaufsmärkten. Dort sollen Kunden Bargeld bekommen. Stalla erklärte allerdings: "Noch gibt es keine konkrete Zusammenarbeit." Vorstand Maximilian Zepf sagte zudem: "Dazu braucht es Partner, die ein gewisses Umsatz-Volumen haben."

Elf Mitarbeiter betroffen


Als Gründe für die Schließungen führten die Verantwortlichen das veränderte Kunden-Verhalten, die Rentabilität und die voranschreitende Digitalisierung an. Vorstand Michael Köstler schlüsselte das in Zahlen auf. Habe es im Einzugsbereich der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau im Jahr 2014 noch 288 000 Transaktionen gegeben, seien es ein Jahr später schon nur noch 254 000 gewesen. Für heuer liegt die Hochrechnung bei 183 000. Zudem würden sich die Bargeldabhebungen auf Automaten an zentralen Standorten konzentrieren, sagte Köstler. Auf der anderen Seite steht die Digitalisierung. Zepf erklärte: "Weg vom Bargeld: Das ist keine Tendenz mehr, sondern Mainstream." Trotz der Schließungen will die Bank eine gewisse Mindest-Präsenz gewährleisten. Im Einzugsgebiet der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau liegt die längste Anreise zu einer Geschäftsstelle für einen Kunden bei 13 Kilometern.

Von den Schließungen sind elf Mitarbeiter betroffen. Laut den Vorständen scheiden zwei altersbedingt aus, sechs Mitarbeiter haben befristete Verträge. Diese werden nicht verlängert. Der Rest werde über Fluktuation aufgefangen. Die Vorstände erklärten, dass es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen komme. In Steinberg am See war die Raiffeisenbank Mieter. An den anderen vier Standorten ist sie Eigentümer der Geschäftsstellen. Zepf sagte: "Die zukünftige Verwertung wird erarbeitet."

"Garantiere für nichts"


Wie es zukünftig weitergeht, ist ungewiss. Kurzfristig seien keine Maßnahmen geplant, hieß es in der Pressekonferenz. Köstler sagte allerdings: "Ich garantiere nichts für die nächsten zehn Jahre." Stalla fügte hinzu: "Wenn die Zinslandschaft weiter so bleibt, können wir nichts ausschließen." Wobei er nachschob, dass die Bank der Region verpflichtet sei.
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