Erlös aus Stromverkauf sinkt beträchtlich
Energiepreise beuteln ZMS

In der neuen Leitwarte des Müllkraftwerks wird künftig auch die Wasseraufbereitung gesteuert. Die Umstellung läuft während der momentanen Revision an der Ofenlinie 4. Bild: Hartl
Wirtschaft
Schwandorf
07.04.2016
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Wovon Verbraucher träumen, das beutelt die Produzenten: Sinkende Energiepreise. Der Vorsitzende des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS), Landrat Thomas Ebeling, sprach am Mittwoch vor der Verbandsversammlung von einer dramatischen Entwicklung. An der Strombörse in Leipzig würden für die kommenden Jahre Preise von 2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) aufgerufen. In der Spitze hatte der ZMS 5 Cent je kWh erhalten.

Das drückt natürlich auf die Einnahmeseite der ZMS-Bilanz und könnte über kurz oder lang zu steigenden Müllgebühren führen. Mit den einnahmen aus de Energieverkauf - dazu zählen auch der Prozessdampf für die Nabaltec und die Fernwärme für die Stadt Schwandorf - werden die Kosten der Müllentsorgung mitfinanziert. Es sei sogar damit zu rechnen, dass die Erlöse für Strom in den kommenden Jahren weiter einbrechen, sagte Ebeling.

Mehr Geld für Rücklagen


Auch die niedrigen Zinsen könnten sich auf die Kosten niederschlagen: Der ZMS muss unter anderem für die Deponienachsorge, für den Anlagenrückbau und auch für Pensionen Rückstellungen bilden. Zinseinnahmen aus der Anlage dieses Geldes entlasteten bisher den ZMS. Weil die Erträge sinken, muss mehr "frisches" Geld in die Rücklagen einbezahlt werden, um die geforderte Höhe zu erreichen.

Im Müllkraftwerk läuft derzeit die Revision der Ofenlinie 4. sie ist deshalb seit dem 11. März abgeschaltet. Dem Kraftwerk fehlen deshalb rund 40 Prozent an Kapazität, momentan werden täglich "nur" rund 900 Tonnen Müll verbrannt. Was übrig bleibt, wird verpackt oder in andere Anlagen umgeleitet. Die Arbeiten sollen 54 Tage und damit bis zum 3. Mai dauern, erläuterte Ebeling. Der Stillstand werde auch genutzt, um die Wasseraufbereitung als letztes großes Anlagenteil an die neue Leittechnik des Kraftwerks anzuschließen.

Neue Kesselwände


Die Großrevision ist auch der erste Schritt zur Erneuerung der Kesselwände der Linie 4. Für die Arbeiten wird auch der große Turmdrehkran gebraucht, der momentan auf dem Werksgelände steht. Für die Erneuerung der Kesselwände sind samt Nebenkosten rund 6,9 Millionen Euro an Ausgaben veranschlagt.
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