Firma Horsch stellt Auszubildende vor
Zehn Flüchtlinge starten Lehre

28 Lehrlinge begannen am Donnerstag bei der Firma Horsch eine Ausbildung. Darunter zehn jugendliche Flüchtlinge. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Geschäftsführer Horst Keller (rechts). Bild: Hirsch
Wirtschaft
Schwandorf
02.09.2016
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Die Firma Horsch am Donnerstag am Standort Sitzenhof 28 neue Lehrlinge und erhöhte damit das Kontingent an Auszubildenden auf 58. "Bei 553 Beschäftigten ist das eine Quote von über zehn Prozent", betonte Ausbildungsleiter Anton Grauvogl. Sein Ziel: "Wir wollen alle übernehmen."

Der Hersteller von landwirtschaftlichen Geräten bildet in acht verschiedenen Berufen aus. Vom Fertigungsmechaniker bis zur Fachkraft für Lagerlogistik. Zwei Schulabgänger beginnen ein duales Studium. Zu den 28 Neulingen gehören auch zehn jugendliche Flüchtlinge. "Wir sind ein internationales Unternehmen und leben vom Export", gibt Horst Keller zu verstehen. Schon aus diesem Grunde sei das Unternehmen bestrebt, ausländische Mitarbeiter zu beschäftigen.

Humanitäre Gründe


Bei den Flüchtlingen kämen humanitäre Gründe dazu, so der Geschäftsführer. Von den Jugendlichen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und der Elfenbeinküste, die im Haus des Guten Hirten wohnen, erwartet Horst Keller "eine Anpassung an unsere kulturellen Gepflogenheiten, ohne dabei ihre Identität aufzugeben".

Personalleiter Gerhard Springs spricht von einer "ganzheitlichen Betreuung und Förderung, die die jugendlichen Flüchtlinge brauchen". Es stelle sich die Frage nach dem sozialen Umfeld und der Mobilität. Am Donnerstag kamen die Jugendlichen mit dem Rad nach Sitzenhof, später sollen Fahrgemeinschaften gebildet werden. Rechtliche Fragen seien zu klären und es stellt sich die Frage: "Wie meistern die jungen Leute ihren Alltag in einem völlig anderen Kulturkreis?"

Ausbildungsleiter Anton Grauvogl kennt die unbegleiteten Jugendlichen schon aus dem Praktikum. Sein Eindruck: "Sie sind extrem motiviert und lernen schnell unsere Sprache." Dennoch gebe es Probleme in der Berufsschule. Deshalb drängte die Firma Horsch auf die Bildung einer eigenen Klasse. Zehn Leute aber waren zu wenig. Deshalb suchte sich das Unternehmen Partner, die ebenfalls Flüchtlinge ausbilden. EMZ Hanauer in Nabburg machte mit und ermöglichte damit die Realisierung des Projekts.

Die Firma Horsch bildet die jugendlichen Flüchtlinge in den Bereichen "Metall und Logistik" aus. Die Lehre dauert zwei Jahre. Und was kommt danach? Personalleiter Gerhard Springs ist zuversichtlich: "Die jungen Leute werden wichtige Fachkräfte sein, entweder hier bei uns oder in ihrer Heimat."

Hilfe von vielen Seiten


Bei der Überwindung der Hürden hat das Unternehmen Hilfestellung bekommen von der Regierung der Oberpfalz, der Industrie- und Handelskammer, der Arbeitsagentur, vom Landratsamt, der Berufsschule, von der Initiative "Crossing Lifelines" und vom Haus des Guten Hirten.
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