Mehr Lehrverträge abgeschlossen
Trend zum Handwerk

Ralf Kohl (IHK, von links), Agenturchef Joachim Ossmann und Hans Schmidt (Handwerkskammer) stellten die Entwicklung des Ausbildungsstellenmarkts vor. Bild: Götz
Wirtschaft
Schwandorf
02.11.2016
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Das Handwerk wird für Jugendliche wieder attraktiver. Die Kammer verzeichnet mehr Ausbildungsverträge als im vergangenen Jahr. Der Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, Joachim Ossmann, begrüßt diese Entwicklung. Aber: Viele Stellen sind noch offen.

Swandorf. (ch) Was die Bewerber freut, kann für die Arbeitgeber zum Problem werden: Die Statistik der Agentur für Arbeit weist 2016 für die Landkreise , Cham und Amberg-Sulzbach sowie die Stadt Amberg 4383 Ausbildungsplätze aus. Denen stehen nur 2921 Bewerber gegenüber. "Der Stellenmarkt hat sich zum Bewerbermarkt entwickelt", sagte Joachim Ossmann am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen. Will heißen: Die Jugendlichen können wählen, die Arbeitgeber müssen sich anstrengen. Das bestätigten auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (HWK), Hans Schmidt, und Bereichsleiter Ralf Kohl von der Industrie-und Handelskammer (IHK) Regensburg. Die Agentur geht davon aus, dass ihre Statistiken etwa 80 Prozent aller Schulabgänger erfassen - eben die jungen Leute, die sich an die Berufsberater wandten.

Das Angebot an Lehrstellen erreichte laut Ossmann einen neuen Höchststand. Die vielen Lehrstellen und die flankierenden Unterstützungsangebote der Agentur - dafür werden von der Agentur Schwandorf pro Jahr etwa 4 Millionen Euro ausgegeben - sorgten dafür, dass im gesamten Bezirk nur 15 Jugendliche als unversorgt gelten. 2219 oder 76 Prozent aller gemeldeten Bewerber wählten eine Ausbildung, knapp 16 Prozent (455) besuchen weiter die (Hoch-)Schule, 53 Jugendliche (1,8 Prozent) sind in Maßnahmen der Agentur untergebracht. 26 absolvieren einen sozialen Dienst. Von rund 168 Jugendlichen erhielt die Agentur keine Rückmeldung.

Hans Schmidt sieht eine positive Entwicklung: Bei der Handwerkskammer wurden für den Agenturbezirk 1141 neue Ausbildungsverträge gemeldet, 4,8 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Kampagnen für die Handwerksberufe zeigen Wirkung. Karriere lasse sich auch ohne akademischen Abschluss machen, warb Schmidt für das Handwerk.

Die IHK-Statistik der Lehrverträge werde laut Ralf Kohl am Ende des Jahres die Zahlen von 2015 erreichen. Auch das sei nach Jahren des Rückgangs positiv. Im Agenturbezirk wurden 1545 Neueinträge verzeichnet. Banken, und Gastronomie melden weniger Verträge, der Handel gegen den IHK-Trend im Agenturbezirk Schwandorf ein Plus. "Die jungen Leute, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden, treffen sicher keine falsche Entscheidung", sagte Joachim Ossmann. Noch sind im Bezirk knapp 600 Stellen unbesetzt.

Zahlen im LandkreisIm Landkreis Schwandorf wurden seit Oktober des vergangenen Jahres 1501 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind zwölf Stellen mehr als im Vorjahr. Demgegenüber beträgt die Zahl der gemeldeten Bewerber 935, das sind vier Personen mehr als im Vorjahr. Ende September waren 123 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt (im Vorjahr 153). Wer noch eine Stelle sucht, kann sich an die Service-Nummer 0800 4 55 55 00 oder an Schwandorf.Berufsberatung@ arbeitsagentur.de wenden. (ch)
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