Ostbayernring-Betreiber "TenneT" will Bürger für Stromtrasse einbinden
In Ettmannsdorf fehlt der Platz

Die neue Stromtrasse soll weitgehend neben der bestehenden gebaut werden, in Schwandorf müssen allerdings Alternativen her. Grafik: hfz
Wirtschaft
Schwandorf
30.09.2014
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Der Begriff "Stromtrasse" weckt schon fast reflexartig Widerstände. Ostbayernring-Betreiber "TenneT" setzt deshalb bei der Ertüchtigung des Netzes auf Information, will den Bürger einbinden. "TenneT" braucht ihn im Trassenuntersuchungsteam.

Die Schwandorfer sind neugierig, wollen sich informieren und geben bereits am Dienstagnachmittag nach Angaben von "TenneT"-Mitarbeitern konstruktive Anregungen. Dazu haben sie im nächsten Jahr noch mehr Gelegenheit. Wie bereits berichtet, soll der Ostbayernring vom Umspannwerk Redwitz bis Schwandorf mit zwei 380-kV-Systemen statt bisher einem aufgerüstet werden, um die Kapazitäten zu vergrößern, Netzschwankungen auszugleichen und die Versorgung zu sichern. Weil die bestehenden Masten diese neue Leitungslast nicht aushalten, werden - wenn es geht - parallel zu den bestehenden neue vom Typ "Donau" aufgestellt.

Umweg zum Umspannwerk

Doch die Pläne gehen nicht immer auf. In Ettmannsdorf ist kein Durchkommen. An der Naab zwischen dem alten Ort und Ettmannsdorf-West ist kein Platz mehr und auch die Auwälder an der Naab (FFH-Gebiet) verlangen nach einem Umweg zum Umspannwerk südlich des einstigen Bayernwerks. In Ettmannsdorf könnten frühestens im Jahr 2020 die Masten fallen, denn die alten Leitungen werden verschwinden, sobald durch die neuen der Strom fließt, vorwiegend aus erneuerbaren Energien.

Die neue Leitung muss also einen Umweg machen: zwischen Sitzenhof und Ettmannsdorf-West an Naabsiegenhofen vorbei, wäre eine mögliche Variante, aber da können die Schwandorfer mitmischen, denn "TenneT" geht mit Bürgerdialog und -beteiligung in die Offensive. Die Karten mit den Trassenverläufen ziehen schon bei der als Messe aufgebauten Infoveranstaltung die Besucher magisch an. Ansprechpartnerin Katrin Redenz ist stets in Gespräche vertieft und nimmt Anregungen dankbar auf, zum Beispiel, dass vor einigen Jahren eine Schneise für die Ölpipeline geschlagen wurde.

Mit einer Spekulation räumt die Sprecherin für die Bürgerbeteiligung Ina Haffke auf: mit der Angst, die frei werdende Trasse könne von Amprion für seine Nord-Süd-Leitung genutzt werden oder "TenneT" bereite den Weg dazu . "Wir verstärken die Wechselstromleitung zur Versorgung der Region. Die alte Trasse wird rückgebaut und die Dienstgrundbarkeit erlischt. Amprion müsste wieder bei Null anfangen."

34 Seile

"Die neue Leitung hat 34 Seile", erklärt Haffke. Die Höhe der Masten für die Freileitung liegen zwischen 50 und 70 Metern (bisher 50 bis 65), die Breite vergrößert sich Haffke zufolge um etwa fünf Meter. "Rein optisch ist kein großer Unterschied, weil es das gleiche Mastenbild ist," verspricht sie. Ein ungewohntes Bild gäben kurzzeitig die Parallel-Leitungen bis zum Rückbau ab.
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