Rindermastring besteht seit 25 Jahren
Nicht am falschen Fleck sparen

Vorsitzender Johann Dechand (links) bedankte sich beim Rindermastexperten Michael Schwab (rechts) mit einem Geschenk. Bilder: rid(2)
Wirtschaft
Schwandorf
12.02.2016
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Die Rinderpreise stagnieren bei steigenden Betriebskosten. "Unterm Strich bleibt für den Mäster zu wenig übrig", sagt Josef Zwickl. Der Mitarbeiter am Fachzentrum "Rindermast" in Erding errechnet einen Durchschnittserlös pro Tier von 276 Euro. Viel zu wenig für Neuinvestitionen.

Der Rindermastring feierte am Donnerstag in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums das 25-jährige Bestehen. In diesem Verband sind nicht einmal zehn Prozent der Oberpfälzer Rinderzüchter mit rund 10 000 Tieren organisiert.

Hohe Leistung


"Der Rest glaubt, die Mast selbst in den Griff zu bekommen", erklärt Fachberater Franz List den geringen Organisationsgrad. Wie wichtig aber eine fachliche Beratung ist, erklärte Rindermastexperte Michael Schwab. "Das Kernproblem liegt in der Aufzucht der Kälber", so der Referent. Stallklima und Fütterung seien wichtige Voraussetzungen für das Tierwohl. Der Ring habe sich auch um die Verbesserung der Maisqualität bemüht und damit einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Fütterung erzielt, betonte Michael Schwab.

Der langjährige Berater stellte fest: "Die Oberpfälzer Rindermäster können stolz sein auf die Leistungssteigerung der letzten 25 Jahre". Sie seien Spitze in Bayern und als Ansprechpartner auch der Züchter im benachbarten Ausland gefragt. Was Michael Schwab aber Sorge bereitet, ist die Verkürzung der Tränkezeit für die Kälber aus Kostengründen . Er ist der Meinung: "Wer das macht, spart am falschen Fleck".

Auf Tierwohl achten


Auch für den Johann Dechand habe sich die kontinuierliche Beratung und Weiterentwicklung der Ringarbeit positiv auf das Tierwohl, die Gesundheit und die Qualität des Viehbestandes ausgewirkt. "Die Betriebsleiter haben erkannt, dass sich der Einsatz auch lohnt". Wenn sie 80 Kilogramm wiegen, kommen die Kälber in die Mast. Dann dauert es im Schnitt 16 Monate bis zur Schlachtreife. Die Rinder wiegen zu diesem Zeitpunkt gut 700 Kilogramm. Im vergangenen Jahr blieb dem Züchter nach Abzug aller Unkosten ein Gewinn von 276 Euro pro Tier übrig. Als Lohn für seine Arbeit. "Wie soll er damit leben und auch noch investieren können?" fragte Fachberater Josef Zwickl rhetorisch.
Das Kernproblem liegt in der Aufzucht der Kälber.Rindermastexperte Michael Schwab
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