"Schwandorf: Tennet entwickelt drei Trassenverläufe für ""Ostbayernring"""
Drei Varianten für Stromtrasse

Weil die bestehende Trasse durch dicht besiedeltes Gebiet verläuft - hier ein Bild aus Ettmannsdorf - suchten die Planer nach Alternativen. Bilder: rid (2)
Wirtschaft
Schwandorf
02.07.2015
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Netzbetreiber "Tennet" (Bayreuth) hat mit den Bürgern drei Trassenverläufe für das Ersatzneubauprojekt "Ostbayernring" entwickelt. Sie wurden zum Abschluss des Beteiligungsverfahrens in der Oberpfalzhalle vorgestellt. Mit diesen Varianten will "Tennet" in das Raumordnungsverfahren gehen.

Die bestehende Trasse verläuft über Irlaching, Krondorf und Ettmannsdorf durch die Flutmulde in Richtung Umspannwerk bei Büchelkühn. Weil sie aber durch dicht besiedeltes Gebiet geht, suchten die Planer nach Alternativen durch den Kreither Forst oder über die Deponie bei Haselbach. Ein Team aus Schwandorfer Bürgern, Behördenvertretern und Fachexperten überprüften die drei Varianten auf ihre Umweltverträglichkeit.

Die Tennet-Mitarbeiter Ina Haffke, Monika Marzelli und Andreas Herath erläuterten am Dienstag noch einmal die Varianten, die sie im Herbst in das Raumordnungsverfahren einbringen werden. Die Regierung der Oberpfalz werde letztlich darüber entscheiden, betonte Ina Haffke. Sie stand den Bürgern Rede und Antwort und erläuterte die Trassenverläufe an einer Wandtafel.

Regierung entscheidet

Beim Raumordnungsverfahren können die Bürger vier Wochen lang ihre Stellungnahmen abgeben. Nach Abwägung der Eingaben wird die Regierung der Oberpfalz den Trassenkorridor für das anschließende Planfeststellungsverfahren festlegen. "Erst dann wird die Leitung detailliert mit Maststandorten geplant", so Ina Haffke. Auch dabei werde ihr Unternehmen die Bürger einbinden, versprach die Tennet-Referentin.

Sie nahm auch Stellung zu den neuen Trassenplänen, die Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ins Spiel gebracht hatte (Artikel unten): "Dann müssten wir wieder bei Null beginnen".

Der bestehende 185 Kilometer lange "Ostbayernring" führt vom Umspannwerk Redwitz im Landkreis Lichtenfels über die Umspannwerke Mechlenreuth bei Münchberg, Etzenricht bei Weiden bis zum Umspannwerk Schwandorf und wird derzeit mit einem 220-Kilovolt-System und einem 380-Kilovolt-System betrieben. Abschnittsweise werden auch zwei 110-Kilovolt-Systeme mitgeführt. Die neue Trasse wird auf zwei 380-Kilovolt-Systeme verstärkt. Die Notwendigkeit dieser Netzverstärkung wurde 2013 im Bundesbedarfsplangesetz festgeschrieben. Baubeginn der neuen Trasse wird 2018 sein. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 geplant. Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die bestehende Trasse abgebaut. Der Parallelbau zur bestehenden Route bereitet auf weiten Strecken keine Probleme. Neuralgische Punkte bestehen in Marktleugast (Landkreis Kulmbach), Windischeschenbach (Landkreis Neustadt/WN) und Schwandorf.
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