Stromleitungsführung: Bürger gegen Annährung an Wohngebiete - Trassenalternativen
Wohngebiete "verschonen"

Im Stadtgebiet von Schwandorf sind die Stromtrassen unübersehbar. Nun geht es um die Platzierung weiterer Leitungen. Und dagegen regt sich bürgerlicher Widerstand. Bild: Götz
Wirtschaft
Schwandorf
31.05.2015
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Bürger wehren sich gegen eine signifikante Annäherung an Wohngebiete und eine Zerschneidung der Ortslage. Derzeit stehen die Trassenalternativen für eine Stromleitungsführung im Fokus. Auch der OB will in den städtischen Gremien die Angelegenheit thematisieren.

Der Netzbetreiber TenneT untersucht laut Pressemitteilung der "Bürgeraktion" derzeit im Zuge des Ersatzneubaus "Ostbayern-Ring" im Raum Schwandorf mehrere Trassenalternativen, unter anderem auch eine Parallelführung zur Bestandstrasse, die neben einer signifikanten Annäherung an die Wohngebiete Krondorf auch eine Zerschneidung der Ortslage Ettmannsdorf zur Folge haben würde.

Öffentliche Informationsveranstaltung

Das bereits im Januar begonnene und durch TenneT angeleitete Bürgerbeteiligungsverfahren solle am 30. Juni in Form einer öffentlichen Informationsveranstaltung in der Oberpfalzhalle mit Präsentation der bisherigen Ergebnisse und Vorstellung von genehmigungsrelevanten Trassenführungen abgeschlossen werden, so die Verlautbarung. In der Folge würden mehrere der bisher erarbeiteten Trassenvarianten in das Raumordnungsverfahren bei der Regierung der Oberpfalz eingebracht.

Vor dem Hintergrund einer deutlichen Leistungssteigerung der neuen Stromleitung, wesentlich höheren Masten mit bis zu 24 Einzelleitungen und der Notwendigkeit, bereits vorhandene Hochspannungsleitungen im Naabtal überqueren zu müssen, würde laut "Bürgeraktion" eine Parallelführung die prekäre Situation im "Hot Spot" Ettmannsdorf durch eine massive Zerschneidung der Ortslage nochmals verschärfen und für die Wohngebiete Krondorf möglicherweise einen neuen "Hot Spot" entstehen lassen.

Die Gesprächsrunde

Das Naherholungsgebiet in den Naab- auen mit touristisch relevanten Rad- und Wanderwegen wie dem Naabtal- und "Euregio-Egrensis"-Radweg sowie einzigartiger Flora und Fauna könnte zusätzlich belastet sowie als Europäisches Naturschutzgebiet Natura 2000 und FFH-Gebiet gefährdet werden.

Ettmannsdorfer und Krondorfer Bürger engagieren sich in einer "Bürgeraktion gegen eine neue Hochspannungstrasse im Naabtal". Neben der Information stehe die Sensibilisierung der Schwandorfer Bürger laut Mitteilung im Fokus der "Bürgeraktion". Im Zuge einer Gesprächsrunde mit Oberbürgermeister Andreas Feller und führenden Vertretern des Netzbetreibers TenneT seien die innerhalb weniger Tage zusammengetragenen Listen mit annähernd 800 Unterschriften von Bürgern der betroffenen Ortsteile an die Stadt und TenneT übergeben worden. Der Netzbetreiber habe die Gesprächsrunde genutzt, die Bürgervertreter über gesetzliche Rahmenbedingungen und Vorgehensweisen bei der Trassenplanung zu informieren und auf die zwingende Vorgabe hinzuweisen. Eine Parallelführung zur Bestandstrasse beim Raumordnungsverfahren müsse berücksichtigt werden. Die phasenweise intensiv geführte Debatte habe es der "Bürgeraktion" ermöglicht, ihre Bedenken gegen eine neue Stromtrasse im Naabtal mit ihren Risiken für Mensch, Natur und das Stadtbild insbesondere an den neuralgischen Punkten Ettmannsdorf und Krondorf vor Augen zu führen.

Dialog fortsetzen

Eine Erdverkabelung der Stromtrasse müsse an oberster Stelle stehen, gefolgt von der Untersuchung einer großräumigen Bündelung mit der A93 unter Vermeidung zusätzlicher Belastungen autobahnnaher Wohngebiete. Oberbürgermeister Andreas Feller habe sich von der Unterstützung der "Bürgeraktion" durch die Menschen in den Schwandorfer Ortsteilen beeindruckt gezeigt und zugesagt, den Dialog und Informationsaustausch fortzusetzen sowie das Thema in den Gremien der Stadt auf die Tagesordnung zu bringen. Ziel sei es, die Erarbeitung einer für alle Einwohner verträglichen Lösung beim Projekt Ostbayern-Ring. Man werde sich dafür einsetzen, bei der Entscheidungsfindung die Belange der betroffenen Bürger im Zuge der gesetzlichen Vorgaben zu berücksichtigen, so die Pressemitteilung abschließend.
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