Tagung zur Klärschlammentsorgung
Gute und schlechte Stoffe trennen

Der Moderator und die Referenten der Regionalveranstaltung (von links nach rechts) Dr. Matthias Franke, ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll, Professor Dr. Mario Mocker, Professor Dr. Franz Bischof, Diplomingenieurin Sonja Wiesgickl und Diplomingenieur Rudolf Bogner. Bild: hfz
Wirtschaft
Schwandorf
29.02.2016
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Das Ressourcenpozential von Klärschlamm ist enorm. In ihm verstecken sich wichtige Nährstoffe und Schadstoffe gleichermaßen. Wie ist nun Gutes von Schlechtem zu trennen?

Diese Frage stellten sich Experten in einer Regionalveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) im Sitzungssaal des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS). Sie lautete wissenschaftlich formuliert: Wie geht energetisch und stofflich optimierte Klärschlammentsorgung? Für die Veranstaltung verantortlich waren die DGAW, der Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf und die OTH Amberg-Weiden unter Federführung von Prof. Dr. Mario Mocker. Fünf Referenten berichteten dabei aus Forschung und Praxis der Klärschlammentsorgung.

Professor Mocker gab einen Überblick über bekannte Prinzipen und neue Trends der energetischen Verwertung von Klärschlamm und der Phosphorrückgewinnung. Sein Fazit: Ein nachhaltiges Phosphatmanagement ist nötig, um die lebensnotwendige und begrenzte Ressource "Phosphor" systematisch zurückzugewinnen. Die Politik habe mit der Novellierung der Klärschlammverordnung erste Schritte unternommen, weitere Maßnahmen sind notwendig.

Anschließend ging es ins Detail: ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll präsentierte mit der Klärschlammtrocknung durch die Abwärme von Müllverbrennungsanlagen eine zukunftsfähige Lösung für Ostbayern; OTH-Professor Dr. Franz Bischof berichtete über aktuelle Forschungsansätze an der OTH Amberg-Weiden zur Phosphorrückgewinnung aus Abwasser.

Erfahrungen aus der Praxis steuerten Diplomingenieur (FH) Rudolf Bogner und Diplomingenieurin (FH) Sonja Wiesgickl bei. Bogner von der CNP-Technology Water and Biosolids GmbH sprach über seine Erfahrungen mit dem AirPrex-Verfahren bei der Phosphorrückgewinnung aus Abwasser, das bereits in acht Kläranlagen angewendet wird. OTH-Absolventin Sonja Wiesgickl, die beim "Fraunhofer-UMSICHT" Sulzbach-Rosenberg an der Umsetzung des Forschungsprojekts KRN-Mephrec am Klärwerk Nürnberg mitarbeitet, referierte über metallurgisches Phosphorrecycling aus Klärschlamm. Nach erfolgreichen Tests wird in der Frankenmetropole eine Pilotanlage errichtet.

In der Diskussion beleuchteten die Referenten auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Dimensionen der Klärschlammentsorgung, zum Beispiel, inwieweit die Akzeptanz dieser Technik sinkt, wenn Abwassergebühren steigen.
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