Verband für landwirtschaftliche Fachbildung hört Vorträge über Alternativen
Ziel: Weg vom Mais

Die Vertreter des "Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung" mit Geschäftsführer Reinhold Witt (links) und dem Vorsitzenden Johann Ziegler (Dritter von rechts) an der Spitze beglückwünschten die neuen Landwirtschaftsmeister Michael Ippisch, Maria Ederer und Peter Hetzenecker (von links, mit Geschenken). Bild: rid
Wirtschaft
Schwandorf
14.02.2016
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"Der Meister steht auf einer Ebene mit dem Bachelor". Mit dieser Feststellung reagierte der Geschäftsführer des "Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung", Reinhold Witt, auf die Vorträge der Meisteranwärter Maria Ederer, Peter Hetzenecker und Michael Ippisch.

Wer Landwirtschaftsmeister werden will, muss ein praktisches Projekt wissenschaftlich aufbereiten. Maria Ederer (22) aus Stratsried (Gemeinde Treffelstein) schloss die landwirtschaftliche Berufsschule mit der Traumnote 1,0 ab und ging sofort daran, sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten. In ihrem Arbeitsprojekt suchte sie nach einer Futteralternative zum Mais und baute Kleegras mit Raps in verschiedenen Varianten an.

Heraus kam ein "schmackhaftes Grundfutter mit hoher Energieleistung". Die angehende Meisterin fand heraus: "Kleegras und Rotklee gedeihen gut auf sandigen Lehmböden". Sie wollte "wegkommen vom Mais" und ist überzeugt: "Kleegras eignet sich als Fruchtfolge, fördert die Bodenkultur und ist gut für den Regenwurm".

Anfängliche Skepsis weicht


Michael Ippisch aus Bubenhof (Burglengenfeld) hat in seinem Arbeitsprojekt die Kälberfütterung optimiert. "Vater war anfangs skeptisch, heute ist er begeistert", so der junge Landwirt. Er änderte die Futtermittelmischung und nahm "die geringen Mehrkosten" in Kauf.

Am Ende zahlte sich die Investition aus. Die Tiere nahmen rascher an Gewicht zu und erzielten damit höhere Erlöse. Sein Fazit: "Auf die Mischung kommt es an". Im dritten Vortrag berichtete Peter Hetzenecker aus Neuried (Schwandorf) von der Umstellung in seinem Milchviehbetrieb (85 Kühe) auf "Eigenbestandsbesamung" , mit der er "deutliche Mehreinnahmen" erzielte .

Johann Ziegler ist Vorsitzender des "Verbandes für Landwirtschaftliche Fachbildung" mit 1815 Mitgliedern, darunter 371 Landwirtschaftsmeister und 107 Meisterinnen der ländlichen Hauswirtschaft. Geschäftsführer ist jeweils der amtierende Leiter des Landwirtschaftsamtes. Oberstudiendirektor Reinhold Witt erinnerte an zahlreiche Veranstaltungen des vergangenen Jahres und betonte: "Unser Verband legt großen Wert auf Fortbildung". Denn Bildung, Qualifikation und Vernetzung seien unabdingbare Voraussetzungen für einen Landwirt, der die Herausforderungen der Zukunft meistern wolle. Für Reinhold Witt spiele der Verband in der Erwachsenenbildung des Landkreises eine wichtige Rolle.

Große Herausforderungen


Immer mehr Betriebsaufgaben, abnehmende gesellschaftliche Akzeptanz der landwirtschaftlichen Arbeit und Umweltbelastung mit Nitrat im Wasser, Pestiziden sowie Antibiotika- und Medikamenteneinsatz: für den stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen.
Kleegras eignet sich als Fruchtfolge, fördert die Bodenkultur und ist gut für den Regenwurm.Landwirtschaftsmeisterin Maria Ederer
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