"Wirtschaftsfrühstück" im Landratsamt
Drei Säulen für die Wende

Die Auswirkungen der Energiewende für den Landkreis beleuchtete stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl (ÖDP).
Wirtschaft
Schwandorf
16.04.2015
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Einsparen, effizient nutzen, aus erneuerbaren Quellen gewinnen: Diese "drei E" sind für stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl Säulen für die Energiewende. Beim "Wirtschaftsfrühstück" warf er einen Blick auf die Potenziale im Landkreis.

Das Thema "Energiewende" ist mit dem Ausbau erneuerbarer Energien allein nicht getan. Darauf verwies der Vorsitzende des Vereins "Partner für den Landkreis", Alois Hagl, am Dienstag im Landratsamt. Den Verein hatten zahlreiche Anfragen erreicht, das Thema in einem der regelmäßigen Treffen zu behandeln. Mit stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl (ÖDP) holte Hagl einen profunden Kenner als Referenten. Der Pfreimder Altbürgermeister weiß ein Lied davon zu singen, mit welchen Widerständen speziell Windräder zu kämpfen haben. Gegen die Anlagen in Pamsendorf laufen diverse Klagen. Öffentliche Angriffe aus den Reihen der Gegner gehen auch schon mal über eine sachliche Debatte hinaus, etwa wenn Befürwortern unterstellt wird, sie seien bestechlich, wie Kimmerl gegenüber geschehen. Den Ausstieg aus der Atomenergie "nach einigem Hin und Her" hält Kimmerl für unabdingbar, zumal "nirgendwo auf der Welt ein sicheres Endlager existiert.

Holz als Rohstoff

Drei Säulen stellte Kimmerl als notwendig für die Energiewende heraus: Einsparung, Effizienz, erneuerbare Energie. Rund ein Drittel des Verbrauchs lasse sich durch Dämm-Maßnahmen und moderne Baukonzepte einsparen. Weiteres großes Potenzial bieten Mess- und Regeltechnik, Blockheizkraftwerke samt Kraft-Wärmekopplung und Fernwärme. Kimmerl nannte die Versorgung in Schwandorf oder die Beheizung des Freibads Perschen als Beispiele.

Der Landkreis ist der zweitwaldreichste in Bayern. Nicht nur für den ehemaligen Förster Kimmerl ist deshalb Holz der nachwachsende Rohstoff Nummer 1. Dazu komme das Potenzial für Biogasanlagen. Photovoltaik ist genauso ein Thema im Landkreis, nicht nur über die Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz, kurz Bemo. Die Genossenschaft, deren Aufsichtsratsvorsitzender Kimmerl ist, betreibt Anlagen in Nabburg und Oberviechtach und hat Beteiligungen an einer Windkraftanlage in Berching.

"Besser einbinden"

"Wir sind der einzige Landkreis in Bayern ohne Windkraft", sagte Kimmerl. Anhand einer Karte zeigte er, wie viel Raum im Freistaat nach der 10-H-Regel für Windkraft übrig bleibt: fast nichts. Abhilfe können nur die Kommunen schaffen, wenn sie über Flächennutzungs- und Bebauungspläne Bereiche ausweisen, in denen geringere als "10-H"-Abstände zulässig sind. In Schwandorf ist das zuletzt am Widerstand der Neukirchner gescheitert. Wie aber die Bürger für die Energiewende gewinnen? "Wir müssen sie noch besser einbinden," sagte Manfred Sax von den "Partnern".

Landrat Thomas Ebeling verwies auf die erfolgversprechende Bürgerbeteiligung, die Tennet im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens für den Ostbayernring (Ebeling: "Eine Trasse, die der Herr Ministerpräsident nicht angreift") auf die Beine gestellt hat. Gleichwohl weiß der Landrat aus anderen Landkreisen, dass der Widerstand oft erst dann losbricht, wenn die Bagger anrollen. Josef Meier von der "Partnern" regte an, eine Art Plan aufzustellen, was für die Energiewende im Landkreis notwendig und was schon erreicht sei. Davon hielt der Landrat wenig: Weil der Kreistag letztlich keine Möglichkeit habe, die angestrebten Ziele zu verwirklichen. Kimmerl verwies auf das Klimaschutzkonzept des Landkreises: "Viele Zahlen sind schon da."
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