Am Grab von Bischöflich-geistlichem-Rat Josef Flor

Dekan Hoch feierte mit 16 weiteren Geistlichen das Requiem für den verstorbenen Bischöflich Geistlichen Rat Josef Flor in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Unterauerbach. Ein langer Zug bildete sich anschließend zum Begräbnis auf dem Unterauerbacher Friedhof. Bild: ga

In der überfüllten Pfarrkirche St. Nikolaus zelebrierte Dekan Michael Hoch zusammen mit Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen und weiteren 15 Geistlichen die Eucharistiefeier für den verstorbenen Bischöflich- Geistlichen-Rat Josef Flor. Pfarrer Lorenz Hägler blickte vor der Beerdigung auf den Lebensweg von Flor zurück.

-Unterauerbach. Nach Kaplan-Stationen in Erbendorf und Roding hielt das Glücksrad in Unterauerbach, so Hägler. Viel Herzblut floss in die Chronik des Auerbachtales, und die Arbeit in der Pfarrei Unterauerbach machte dem nun Verstorbenen viel Freude. Als Lehrer war der Leistungskurs Religion für ihn eine volle Erfüllung. Das gastfreundliche Pfarrhaus war eine Ideenschmiede für die geistliche Erneuerung.

Als Vertreter der Diözese Regensburg nahm Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen Abschied vom geschätztem Studiendirektor Josef Flor. Sein Leben war mit dem Ort Unterauerbach verbunden. Nach dem Besuch des Knabenseminars Obermünster trat Flor 1953 in das Priesterseminar ein und wurde 1959 zum Priester geweiht. Seine didaktische Begabung war die Basis für die Tätigkeit als Religionslehrer, zuerst an der Berufsschule, dann am Gymnasium in Nabburg. Nicht abstrakt, sondern anschaulich wurde vermittelt, was Glaube heißt. Die Schule war sein Leben, Unterauerbach sein Refugium.

Er war ein Freund der Kalligrafie. Dr. Frühmorgen zitierte Sprüche wie "Gott kann alles in Segen verwandeln", die zu markanten Ereignissen vom Verstorbenen in Kunstschrift verfasst waren. Mit seinem Dank für den 56-jährigen priesterlichen Dienst schloss der Domkapitular.

Vom Ehrenbürger der Gemeinde Schwarzach verabschiedeten sich Bürgermeister Alois Böhm und Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger, der zugleich als Pfarrgemeinderatssprecher fungierte. "Die Pfarrei trägt seit Mittwochabend Trauer", sagte Grabinger. Das Engagement von Josef Flor für die Menschen in der Pfarrei Unterauerbach war immer auch ein Einsatz für die Bürger der Gemeinde. Gemäß dem Sprichwort "Du kommst mit nichts auf diese Welt - Du gehst mit nichts von dieser Welt - Du sollst jedoch goldene Spuren hinterlassen", habe Flor solche Spuren hinterlassen, die weit über seinen Tod hinausgehen.

Glück für Unterauerbach


Für die Pfarrgemeinde sei es ein großes Glück gewesen, dass Pfarrer Josef Flor am 1. August 1961 die Pfarrstelle in Unterauerbach angetreten hat. Auf seine Initiative hin und durch seinen unermüdlichen Einsatz konnten viele kirchliche Baumaßnahmen umgesetzt werden. Sein nimmermüder Einsatz, sein Ideenreichtum, sein Unternehmergeist und seine Zielstrebigkeit zeichneten ihn besonders aus. Er leistete auch einen wesentlichen Beitrag dafür, dass junge Unterauerbacher in ihrer Heimat bleiben und hier Bauplätze bekommen konnten. Heimat war für ihn ein zentraler Begriff und ihm selbst war das Auerbachtal zur Heimat geworden. Das hat er auch in seinen Gedichten "Heimatgedanken" und "Glaube und Heimat" eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht.

Er war auch jemand, der stets selbst anpackte, der verschiedenste Talente und Begabungen hatte. Er fand Gefallen an der Musik. Obwohl er selbst kein Instrument spielte, bildete er junge Musikanten aus und gründete schon 1962 die Blaskapelle "Auerbachtal". Für die Musiker war es eine Ehre, die Trauerfeierlichkeiten ihres Gründers musikalisch zu begleiten. Er gründete das Katholische Landvolk und den Krankenpflegeverein, und war dabei oftmals auch in Vorstandsverantwortung. Auch der Bau einer Kegelbahn, der Betrieb des Jugendheims und die Initiative dort die Theatertradition wieder aufleben zu lassen, zeigt, dass Josef Flor auch im gesellschaftlichen Bereich eine wertvolle Bereicherung für die Pfarrei und die Gemeinde war.

Historie auf der Spur


Ein besonderes Anliegen war es BGR Josef Flor, die Geschichte des Auerbachtales zu erforschen. Einen bleibenden Schatz hinterlässt er der Pfarrei wie auch der Gemeinde mit der Chronik, die er mit viel Ausdauer und Leidenschaft aus den unterschiedlichsten Quellen zusammentrug. Durch Verdienste im kirchlichen wie auch im gesellschaftlichen und sozialen Leben in und um die Pfarrei und darüber hinaus wurde Josef Flor anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums am 5. Juli 2009 vom Gemeinderat der Gemeinde Schwarzach zum Ehrenbürger ernannt. Voller Dankbarkeit und in großer Anerkennung vor ihrem Ehrenbürger Bischöflich Geistlicher Rat Josef Flor und dessen Lebenswerk verneigte sich Franz Grabinger, denn "wir verlieren eine herausragende Persönlichkeit, die unsere Pfarrei und die Gemeinde geprägt hat".

Als "Motor vieler Maßnahmen" dankte Georg Mayer dem Verstorbenen für die intensive Zusammenarbeit mit der KLJB, MMC, KLB, der Blaskapelle, den Ministranten, dem Kartellverband der Studentenvereinigung sowie der SKK Auerbachtal und der FFW Unterauerbach. Bei den beiden zuletzt genannten Vereinen war Josef Flor Ehrenmitglied und noch im November vergangenen Jahres zeigte Josef Flor die enge Verbundenheit beim Ehrenabend. Nach der Eucharistiefeier zogen die Vereine, die Blaskapelle, Mitbrüder, Verwandte, Weggefährten und viele Bekannte zum Priestergrab im Unterauerbacher Friedhof und gaben Josef Flor das letzte Geleit.
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