Neugierig auf Geschichte

Ortsheimatpfleger Heinrich Schwarz (rechts) führte Interessierte in Gruppen durch den Ausstellungsraum das Dokumentationszentrums "Slawische Siedlung" und gab aufschlussreiche Erläuterungen. Bilder: ohr (2)

"Lesefunde" - also das Gespür von Archäologen - das Engagement der Kommune und von Bürgern: Am Ende dieser sicherlich unvollständigen Kette steht ein kulturgeschichtliches Fazit, nämlich die Errichtung des Dokumentationszentrums "Slawische Siedlung" in Weiding in der Gemeinde Schwarzach.

-Weiding. Am Samstag erhielt der Ausstellungsraum (wir berichteten) - als eigener Gebäudetrakt in die Johannihütte integriert - in einem Festakt mit zahlreichen Ehrengästen den kirchlichen Segen. Die offizielle Eröffnung schloss sich an. Ein Tag der offenen Tür am Sonntag gab der Bevölkerung aus der Region die Gelegenheit, die Ergebnisse der Forschungsgrabung unter sachkundiger Anleitung vor Augen führen zu lassen.

Beim Betreten des übersichtlich gestalteten Ausstellungsraumes richtet sich der Blick des Besuchers auf ein zentrales Objekt - den von Toni Schieder aus Richt im Juni 2016 maßstabgetreu nachgebauten Brunnenkasten. Das Original-Fundstück, so der Hinweis auf der Merktafel, wurde im Spätsommer 2007 bei Ausgrabungen bei Dietstätt gefunden und wird auf das Jahr 765 nach Christus datiert.

Am frühen Nachmittag drängen sich immer wieder Interessierte im Innenraum um die neun Tischvitrinen mit Fundstücken von Heinrich Schwarz und weiterer Personen sowie mit Funden aus den Forschungsgrabungen. Der Ortsheimatpfleger führt in Kleingruppen durch die Dokumentation, gibt aufschlussreiche Hinweise und erläutert diverse Exponate.

Erkenntnis aus Grabungen


An den Wänden illustrieren Banner die Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter, zeigen die diversen Grabungen ab 2002 in Wort und Bild, veranschaulichen die Wüstung bei Dietstätt mit Erkenntnissen aus Grabungen, geben Aufschluss über die dendrochronologische Untersuchungen zur Bestimmung des Brunnenalters, präsentieren die Herkunft der Slawen und ihre Wanderbewegungen, vermitteln einen Einblick in die Siedlungsstruktur und die Gebäudebautechnik.

Die "Bertold-Mannen aus Nabburg" führten im Beisein ihrer "Familie" in die Zeit der Slawen zurück. In normaler Kampfausrüstung demonstrierten sie einen Schaukampf mit Beil und Handschutzschild. Ihre dynamische Darbietung erntete starken Applaus. In der Johannihütte sorgte Vorsitzende des "Johanniverein zur Förderung der Dokumentation der slawischen Besiedlung im Schwarzachtal", Sabine Stangl, mit ihrem Team fürs leibliche Wohl.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dokumentationszentrum (4)Slawische Siedlung (2)
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