Starker Wegbegleiter der Bürger
Trauersitzung für Alois Böhm

In Anwesenheit der Familienangehörigen, der Amtskollegen der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld sowie der Mitarbeiter würdigte Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger (stehend) bei der Trauersitzung die Verdienste von Alois Böhm. Bild: ohr

Nimmermüder Einsatz, Ideenreichtum, Innovationskraft und der Dialog mit den Menschen, um gemeinsam etwas Großes zu erreichen: Diese Gaben des verstorbenen Bürgermeisters Alois Böhm hob Stellvertreter Franz Grabinger in der Trauersitzung des Gemeinderats hervor.

Eine brennende Kerze mit dem Motiv der St.-Wolfgang-Kirche seines Heimatortes, ein Blumenbukett und ein Bild mit Trauerflor symbolisierten im Gemeinschaftsraum der Feuerwehr Wölsendorf die fehlende Mitte in der Familie und in der Gemeinde - ließen ihn gleichsam präsent sein.

Beruflich sei Alois Böhm als Kämmerer beim Zweckverband Müllverwertung Schwandorf zwar ein Mann der Zahlen mit hervorragendem Fachwissen gewesen, betonte Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger. Aber er sei auch ein Mann des geschriebenen und gesprochenen Wortes gewesen - darauf vertrauend, im Gespräch zusammen zu kommen, um stets einen Ausgleich finden zu müssen und zu können. Der Leitspruch "Mitm Red'n kumma Leit zamm", beschreibe prägnant das Wesen von Alois Böhm.

"Häuptling der Gemeinde"


Der verstorbene Bürgermeister sei kein Theoretiker, sondern ein Praktiker und auch Pragmatiker gewesen. Bildlich gesprochen, war er für Grabinger der "Häuptling der Gemeinde", der Leader, der Vordenker, der Stratege und der starke Wegbegleiter, auf dem Verlass war. Er verkörperte aber auch den Indianer, der selbst aktiv an vorderster Front mithalf.

Um der Leistung von Alois Böhm in den über 14 Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Gemeinde annähernd gerecht zu werden, sei an einige Projekte und Maßnahmen mit seiner unverwechselbaren Handschrift ohne Anspruch auf Vollständigkeit erinnert: Der Abschluss der Kanalisation aller Ortsteile an die zentrale Abwasserbeseitigungsanlage, der Bau des Dorfstadels und des Dorfzentrums von Wölsendorf, die Errichtung des Dokumentationszentrums "Slawische Siedlung" in Weiding, die Neugestaltung des Schlossbauernhofes in Altfalter zum Dorfzentrum, in dem der Geist von Alois Böhm vor allem weiterlebe, der Bau von Radservice-Stationen sowie von Backöfen entlang des bayerisch-böhmischen Freundschaftsradweges, die Sanierung und Neugestaltung von Dorfplätzen sowie die Wiederbelebung des bayerisch-böhmischen Brünnl-Wallfahrtsweges.

Wichtiges Vermächtnis


Sehr am Herzen lag Bürgermeister Alois Böhm die 2004 besiegelte Partnerschaft mit der Gemeinde Pocinovice in Tschechien. Aufrichtige und feste Freundschaften entwickelten sich. Diese Partnerschaft ist ein wichtiges Vermächtnis, so Grabinger. Der Verstorbene übernahm auch Verantwortung über seine Gemeindegrenzen hinaus in verschiedensten Funktionen, führte der Sprecher aus. Unter anderem war Böhm Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe und stand im Wechsel mit Bürgermeister Hans Prechtl/Stulln an der Spitze des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung beider Kommunen. Böhm engagierte sich stark im Verein zur Interkommunalen Zusammenarbeit sowie in der Lokalen Aktionsgruppe Brückenland Bayern- Böhmen.

"Die Gemeinde Schwarzach, alle Bürgerinnen und Bürger, die Kollegen des Gemeinderats sowie alle Weggefährten in der kommunalen Familie und der Verwaltung verneigen sich voller Dankbarkeit und in großer Anerkennung vor ihrem Ersten Bürgermeister Alois Böhm und dessen Lebenswerk", resümierte Stellvertreter Franz Grabinger. Sein Dank galt den Geschwistern Winterer für die musikalische Umrahmung mit "Wahre Freundschaft" und dem "Bergmannslied".
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