Mildreds qualvoller Tod

Dieses Bild und viele schöne Erinnerungen: Mehr ist Martina Franke von ihrer Mildred nicht geblieben.
Lokales
Schwarzenbach
27.08.2015
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Unter Schwarzenbachs Katzenbesitzern geht die Angst um: Irgendjemand vergiftet ihre Tiere. Zwei sind tot, sechs verschwunden.

(wüw) Was treibt einen Menschen dazu, so was zu tun? Martina Franke weiß keine Antwort, obwohl sie seit 14. August nachdenkt. Tagelang war Mildred verschwunden, an diesem Freitag kehrte die neunjährige Katze heim, "in einem fürchterlichen Zustand", erinnert sich die 62-Jährige. "Sie hat sich erbrochen, war völlig orientierungslos", erinnert sich Franke an die fürchterlichen Stunden. Sofort habe sie die Katze gepackt, sei mit ihr zur Tierärztin gefahren. Diese habe ihren Verdacht bestätigt: "Das Tier wurde vergiftet."

Die Veterinärin habe die Katze bei sich behalten, Blut abgenommen, aber helfen konnte sie dem Tier nicht, am folgenden Tag kam der Anruf: "Mildred litt an Multiplen Organversagen, die Tierärztin konnte sie nur mehr einschläfern." Für Franke folgten schlimme Tage. "Ich hänge sehr an meinen Katzen, ich bin sonst ganz allein", sagt sie. "Ich bin direkt danach selbst krank geworden." Der Gram der Frau wuchs weiter: Wenige Tage später zeigte Kater Romeo die selben Symptome: "Er brach sogar Blut." Auch mit ihm eilte Franke zum Tierarzt, der Achtjährige überlebte mit knapper Not. "Romeo ist größer und kräftiger als Mildred es war. Wahrscheinlich hat er es deshalb geschafft."

Für Franke steht seither fest, dass der Tod ihrer Mildred kein Zufall war. In Schwarzenbach ist ein Katzenhasser unterwegs. Franke erhielt schon bald Bestätigung dafür. Im "Neuen Tag" schaltete sie eine Anzeige, in der sie von der Gefahr warnte. Tatsächlich meldeten sich bald andere Katzenbesitzer bei ihr.

Allesamt aus Schwarzenbach, allesamt vermissten sie ebenfalls Katzen. "Ich weiß inzwischen von acht verschwundenen Katzen." Außer Mildred gebe es eine weitere Katze, die unter großen Schmerzen verendete, die sechs anderen verschwanden ohne eine Spur zu hinterlassen. Ein Bauer berichtete, dass auf seinem Hof vier Katzen fehlen. Wer steckt hinter der Tierquälerei? Sie habe einen Verdacht. Ein Schwarzenbacher habe sich merkwürdig verhalten, sich kurz vor Mildreds Verschwinden nach ihren Katzen erkundigt. Auch einigen der anderen Betroffenen sei der Mann aufgefallen. "Allerdings haben wir überhaupt keine Beweise." Trotzdem überlege sie, den Fall bei der Polizei zu melden.

Viele Informationen kann sie den Beamten nicht geben. Sie weiß nicht einmal, an welchem Gift ihr geliebtes Tier starb. Diese chemische Analyse hätte ein kleines Vermögen gekostet und lebendig hätte das Mildred nicht gemacht." Weil die Katze zuletzt so orientierungslos durchs Haus torkelte, glaubt die Tierärztin, dass wohl ein Nervengift im Spiel war.

Franke bleibt nun nichts, als sich um ihre beiden verbliebenen Katzen zu kümmern. Romeo geht es zwar wieder gut, aber die Gefahr für ihn und dessen Spielgefährten Griesgram ist schließlich nicht vorbei. Deshalb achtet sie derzeit besonders auf die Tiere. Noch einen ihrer beiden Mitbewohner möchte Franke nicht verlieren.
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