Reisender in Sachen Hilfe

Luca Mühlmeier reist im September oder Oktober als Entwicklungshelfer ins Nagaland nach Indien. Bild: Grüner
Lokales
Schwarzenbach
08.07.2015
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Luca Mühlmeier ist gerade mal 18. Der junge Mann hat ziemlich konkrete Vorstellungen von seinem späteren Berufsleben. Das wird auf jeden Fall vor einem sozialen Hintergrund stattfinden. Im Herbst geht er für drei Monate als Entwicklungshelfer nach Indien.

"Die jungen Leute sollen nur raus in die Welt. Die ist heute so eng beieinander wie noch nie. Da kann man viel lernen", ermutigt Roman Mühlmeier seinen Filius, der im Spätsommer oder Herbst seine Koffer packt und als Entwicklungshelfer nach Indien geht.

Auf eigene Faust

Ein Artikel in unserer Zeitung hat den jungen Mann darauf gebracht. Anfang des Jahres berichteten wir einmal mehr über Walter Rinderer aus Beidl, der schon seit Jahren immer wieder für längere Zeit zu den Zubzas im äußersten Nordosten des Landes reist, um die Menschen dort durch Hilfe zur Selbsthilfe weiterzubringen.

Erst kürzlich ist er zusammen mit Hans Rupprecht aus Eschenbach von einer mehrmonatigen Tour zurückgekehrt. Rinderer hat bereits ein grandioses Netzwerk geschaffen und arbeitet eng mit den dortigen Padres des Don-Bosco-Ordens zusammen.

Luca Mühlmeier will nicht über eine Organisation wie etwa "Weltwärts" in die Fremde ziehen, sondern lieber auf eigene Faust. Das, was er vorhat, passt bestens in sein künftiges Leben, denn der frischgebackene Abiturient will Soziale Arbeit studieren. "Ich wollte schon immer etwas mit Menschen machen", erklärt er seine soziale Ader. Ein Praktikum in der Schule hat ihn zusätzlich bestärkt. Dabei hat er in der Tirschenreuther Grundschule und beim Sozialteam gearbeitet. "Die wochenlange Arbeit mit psychisch kranken Menschen hat mich fasziniert."

Gespräch festigt Entschluss

Asien im allgemeinen und Indien im speziellen findet Luca schon immer interessant. Er war schon viel mit den Eltern auf Reisen, zum Beispiel in Vietnam. Die Art der Asiaten mag er besonders. "Das sind nette Leute." Über die Arbeit von Walter Rinderer und Hans Rupprecht hat sich Luca über unsere Zeitung informiert. Recherchen via Internet haben seinen Entschluss gefestigt, dass er genau dort Entwicklungshilfe leisten will. Schon das erste Gespräch mit Walter Rinderer hat ihn zusätzlich ermutigt. Außerdem pflegt er Kontakt zu Ernst Klimek, dem Initiator des Zubza-Projekts in Weisendorf bei Erlangen.

Im Juli kommt Pater Samuel nach Deutschland (Kasten) und wird auch einige Zeit bei Walter Rinderer in Beidl verbringen. Dort wird Luca dann auch alles Wissenswerte zu seiner Reise und seinen Aufenthalt im Nagaland erfahren. Pater Samuel wird auch Lucas Ansprechpartner vor Ort sein. Natürlich wird bei seinem Einsatz die soziale Komponente im Vordergrund stehen. "Ich kann mir vorstellen, hauptsächlich in der Schule mitzuarbeiten, vielleicht auch mal die eine oder andere Stunde Unterricht zu geben. Walter hat mir gesagt, wenn dir das nicht gefällt, kannst du jederzeit was anderes machen, Möglichkeiten dafür gibt es unendlich viele." Am meisten ist Luca aufgeregt, dass er dort überhaupt planmäßig ankommt. In Dubai und Kalkutta muss er umsteigen.

Selber durchschlagen

"Man sollte vor dem Studium und dem späteren Berufsleben nochmal wegkommen und einfach einmal was anderes sehen. Nicht als Tourist wohlgemerkt, sondern als jemand, der sich selber durchschlägt. Das wird sicher eine große Erfahrung für mich, weil ich bestimmt sehr viel sehen und auch erleben werde."

Inspiriert wurde Luca auch durch seinen älteren Bruder Julian. Der war in Nepal unterwegs und hat immer davon erzählt. "Meine Eltern stehen voll hinter meinem Entschluss und unterstützen mich." Mutter Katharina Mühlmeier hat ihn auch auf den entscheidenden Zeitungsartikel aufmerksam gemacht. Wenn sein Abenteuer in Zubza zu Ende ist, kann sich Luca gut vorstellen, von dort aus weiter zu reisen. Neuseeland schwebt ihm da vor. Nach dem Motto "Work and Travel" würde er gerne noch etwa drei Monate anhängen. Danach geht es wieder zurück in die Heimat. Praktika stehen an und Geld fürs Studium muss er auch verdienen.

Motiviert vom Journey Man

Klavierspielen, was er sonst gerne macht, dürfte auf seinen Reisen eher weniger oft passieren. Auch die Ukulele bleibt zu Hause. Und mit Longboard fahren ist wohl ebenfalls erst einmal Schluss. Seine anderen Hobbys werden sich da schon eher realisieren lassen.

Luca hört gerne Musik, bevorzugt die von Jack Johnson oder Bob Marley. Auch Lesen sollte problemlos funktionieren. "Der Mitternachtspalast" von Carlos Ruiz Zafón oder "Der Gefangene des Himmels" vom selben Autor faszinieren ihn. "Journey Man" von Fabian Sixtus Körner hat ihn weniger inspiriert als ihn in seinem Entschluss, in die weite Welt hinauszuziehen, zusätzlich motiviert.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.zubza.de/
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