Gesundheitsoffensive der Landfrauen
Frauenherzen bleiben nicht verschont

Dr. Franz Josef Riedhammer, Chefarzt am Krankenhaus in Burglengenfeld. Bild: Hartl
Freizeit
Schwarzenfeld
07.04.2016
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Dass ein Herzinfarkt keineswegs eine ausschließliche Männerangelegenheit ist, erklärte Dr. Franz Josef Riedhammer. Der Chefarzt der Asklepios-Klinik in Burglengenfeld sprach anlässlich der Gesundheitsoffensive der Landfrauen im BBV Kreisverband. Sein Thema: "Frauenherzen schlagen anders - Männerherzen auch!"

Myokardinfarkte - umgangssprachlich Herzinfarkte - treten beileibe nicht nur bei Männern auf. Dr. Franz Josef Riedhammer, Chefarzt für Innere Medizin, klärte über so manche Irrtümer über Infarkte auf. Seit 2002 bilde der Infarkt bereits die Todesursache Nummer 1. Frauen würden offenbar bald die Männer überholen, wenn es darum geht, am Herzen zu erkranken.

Herzattacken treten bei Frauen durchschnittlich etwa 15 Jahre später auf als bei Männern, was daran liegt, dass sie durch ihre Hormone lange Zeit davor beschützt werden. Mit steigendem Alter schwinde dieses Phänomen aber, und es gebe so gut wie keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern.

Es gebe einige Faktoren, die das Risiko eines Herzinfarkts drastisch steigern können. Diabetes und auch Bluthochdruck spielen da eine ganz große Rolle. Erstaunlich ist nach den Worten des Mediziners auch, dass etwa 80 Prozent der Frauen, die an einer Herzattacke litten, Raucherinnen waren. Mittlerweile rauchen etwa 28 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen. Eine rauchende Frau habe in etwa die gleiche "Chance" auf einen Herzanfall wie eine Nichtraucherin mit einem 42 Kilo höheren Gewicht.

Auf Symptome achten


Das weibliche Geschlecht gehe außerdem im Durchschnitt um einiges später zum Arzt als Männer. Oft steckten die Frauen ihre Beschwerden einfach weg, weil es ihr straffer Alltag einfach nicht erlaube, eine Pause zu machen. Dr. Riedhammer alarmierte die Frauen, solche Faktoren zu minimieren.

Bereits nach einem Jahr des Nicht-mehr-Rauchens sei das Risiko eines Anfalls bereits halbiert. Außerdem sollte man regelmäßig seine Blutfettwerte bestimmen und sich auf Diabetes untersuchen lassen. Frauen müssten frühzeitiger einen Arzt aufsuchen, denn auch bei "kleineren" Beschwerden könne man ein Symptom einer kommenden Herzattacke bestimmen. Solche Früherkennungen seien bei Herzerkrankungen sehr wichtig, vor allem weil dann auch schneller etwas dagegen unternommen werden kann. Beispielsweise Herzkatheter bekomme man zur heutigen Zeit viel schneller als noch vor wenigen Jahren.

Süßes weg lassen


Viel Sport und wenig Süßes stehen im Gesundheitsbewusstsein auch ganz weit oben. Übergewicht erhöhe die Gefahr eines Infarktes. Aber nicht nur, dass die schlechteren Blutwerte hier eine Rolle spielen: Allein die bloße Masse eines Fettleibigen könne zu Problemen führen. Mit Sport und bewusster Ernährung könne man entgegen wirken, aber: Bereits für eine Tafel Schokolade am Tag muss man theoretisch eine Stunde lang straffen Sport machen, um die Kalorien wieder zu verbrennen. Auch zwei Liter Apfelschorle am Tag entsprechen dem Verzehr von zwei Tafeln Schokolade über die selbe Zeitspanne.

Nach Angaben des Experten weisen Frauen eine mehr als doppelt so hohe Sterberate bei Operationen am Herzen auf als Männer. Das liege laut Dr. Riedhammer an dem meist kleineren Körperbau einer Frau. Die Organe seien auch davon betroffen, was oft zu Komplikationen bei Eingriffen führe. Als Dankeschön für seine Informationen erhielt Dr. Riedhammer am Ende einen Korb mit gesunden Schmankerln aus der Region.
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