Nach Foul auch noch lächeln

Schwester Teresa Zukic wie man sie kennt: stets ein Lächeln im Gesicht.
Freizeit
Schwarzenfeld
16.10.2016
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Voll besetzt war der Saal in den Miesbergstuben in Schwarzenfeld. Rund 200 Zuhörer lauschten aufmerksam den Ausführungen der beliebten Schwester Teresa Zukic. Bilder: ohr (2)

Schwester Teresa Zukic hat stets ein Lächeln im Gesicht. Sie begeisterte mit ihrer christlichen Überzeugungskraft mehr als 200 Besucher in den Miesbergstuben. Anlässlich des Welthospiztages lud der Schwandorfer Hospizverein die prominente Rednerin zu ihrem neuesten Vortrag "Jeder ist normal, bis du ihn kennst" ein. Mit Humor, Witz und Charme brachte die 52 -Jährige das Thema den Zuhörern näher.

Ein Schlüsselerlebnis änderte ihr Leben von Grund auf, erklärte die sympathische Ordensfrau bei ihrer selbst vorgestellten Kurz-Biografie. In Kroatien 1964 geboren, lebt sie seit 1971 in der Bundesrepublik Deutschland und erwarb sportliche Meisterschaften. Vor einem wichtigen Basketballspiel konnte die Zwanzigjährige an einem Sportinternat nicht einschlafen und las in der ihr unbekannten Bibel ihrer Zimmerkollegin aus der Bergpredigt. Sie stieß auch auf die Textstelle "Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin." Als sie am folgenden Tag gefoult wurde, dachte sie an diese Worte und lächelte ihre Gegnerin einfach an.

Anschließend ließ sie sich taufen, studierte Religionspädagogik, gründete ein Jahr später die "Kleine Kommunität der Geschwister Jesu" in Pegnitz im Bistum Bamberg und komponierte neun Musicals. Sie spreche in Betrieben und Unternehmen sowie zu Managern und Bankern. Bei einem Wissenswettbewerb in der ARD gewann sie sogar 100 000 Euro für ihre Gemeinschaft und wurde als Skateboard fahrende Nonne bekannt.

"Mein Leben ist mein Hobby", versicherte die Buchautorin mit glaubhafter Überzeugung. Die 52-Jährige geht auf die Menschentypen "Jammerer" - er bleibt sich treu - und "Schmoller" ein. "Meistens sind die anderen nicht normal. Jeder ist irgendwie seltsam", merkte die Nonne an. Die Referentin rückte vor allem Verletzungen durch die Mitmenschen in den Mittelpunkt: "Ab heute kränkt mich keiner mehr". Diese Aussage legte sie den Besuchern ans Herz. Zur Kränkung gehören zwei: Der Verletzende und die Person, welche die Verletzung erlaubt.

Menschen können böse sein und das ist nicht änderbar. Aber der Verletzte entscheide letztendlich über die Qualität des Verletztwerdens. Wenn die Seele leidet, wird der Mensch krank. Die Ordensfrau empfahl umzudenken, da der Andere nicht zu ändern ist. Sie verdeutlichte anschaulich das Abc der Gefühle. Man nehme eine verletzende Situation wahr - denkt darüber negativ oder positiv: "Was wir denken, das fühlen wir. Positive Gedanken erzeugen positive Gefühle. Als Schritt zwei folgt die Vergebung. Nachtragend sein, kostet viel Kraft. Auch das Lachen ist ein guter Weg." Verschmitzt erzählt die Ordensfrau originelle Witze mit pointierter Überraschung - und kräftig lacht das Auditorium aus vollem Herzen. "Wer lacht, kann nicht aggressiv sein", fügt sie hinzu.

"Gibt es den normalen Menschen?" stellte sie als Frage in den Raum. Sie weiß es selbst nicht: "Aber seit Gott Mensch wurde, dürfen wir unnormal sein. Er liebt uns. Wir sind einzigartig und kostbar". Mit einem Lachen im Gesicht nahm Schwester Teresa Zukic den frenetischen Applaus entgegen.

Begleitung bis zum TodDer Deutsche Hospiztag - fest gelegt auf den 14. Oktober - wählte 2016 als Motto "Hospiz -und Palliativversorgung. Stärken. Ausbauen. Vernetzen", führte der Vorsitzende des Hospizvereins Schwandorf, Dr. Wolfgang Laaths, im Vorspann zum Vortrag aus. Der Hospizverein vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Sie bekommen eine medikamentöse Versorgung, damit ihre Leiden gemindert werden. Bei Entlassung werden sie ambulant durch die Palliativeinrichtung betreut und begleitet. Nach dem geltendem Berechnungsschlüssel wird je 60 000 Einwohner ein Bett gefördert. Der Hospizverein Schwandorf habe bis September 42 Begleitungen bis zum Tod abgeschlossen. Aktuell stehen elf Schwerstkranke unter seiner Obhut, merkte Dr. Laaths abschließend an. (ohr)
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