Mächtige Bläserklänge
„Bläserphilharmonie Regensburg“ tritt in der Sportplatzhalle auf

Konzertante Blasmusik auf hohem Niveau erlebten die zahlreichen Zuhörer beim Konzert "Bläserphilharmonie Regensburg" im Sportpark. Bild: tie
Kultur
Schwarzenfeld
08.02.2016
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Die "Bläserphilharmonie Regensburg" begeistert mit ihrem Musikprogramm "Great Britain!" die Zuhörer in der Sportparkhalle Schwarzenfeld.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, das geballte Tonvolumen der "Bläserphilharmonie Regensburg" genießen zu können. Die Sportplatzhalle in Schwarzenfeld bietet mit ihrer großzügigen Raumgestaltung einen besonders geeigneten Ort für das Zusammenspiel von 25 Holz- und 31 Blechbläsern, sowie fünf Schlaginstrumenten und einem Kontrabass.

Very british


Gespielt wurde gemäß Titel der Veranstaltung "very british music" aus mehreren Jahrhunderten. Da passte es, dass mit "The Earl of Oxford"s March" von William Byrd (1543 - 1623) in der Bearbeitung von Philip Sparke die Vortragsfolge eröffnet wurde. In festlicher Manier erklangen die Fanfaren der Bläser. Sie prägten damit die Vorstellung von britischer Musik.

Genau diesen Eindruck verfestigte die folgende "1. Suite für Blasorchester Es-Dur" op 28/1 von Gustav Holst (1874-1934). Sie begann mit einer festlichen "Chaconne", in der innerhalb der achttaktigen Figuren viele klangliche Abwechslungen vollzogen wurden. Das folgende "Intermezzo" zog flink vorüber und bewies neben einer klaren Tongestaltung auch das immer passende Zusammenspiel der einzelnen Instrumenten-Gruppen.

Das setzte sich nahtlos im folgenden "Marsch" fort. Dirigent Jörg Seggelke verstand es, den gesamten Klangkörper zu einem wahren Klang-rausch zu pushen. Ein 22-jähriger Mann namens James Fountain, beruflich als Solotrompeter im Royal Philharmonic Orchestra London tätig, spielte mitreißend das technisch unglaubliche Solo im Vortragsstück "Virtuosity" für Solo-Trompete und Blasorchester von Kenny Baker (1921-1999), bearbeitet von José Schyns. James Fountain bewies in den schnellen Läufen wie in den melodisch geprägten Passagen raffinierte Technik, die das Stück auch musikalisch glänzen ließen.

Philip Sparke (*1951) schrieb "Aotearoa - The Land oft the Long White Cloud" mit Anleihen aus dem Jazz-Bereich. Wie auch immer, das Werk hatte eigenen mitreißenden Charakter. Orchester und Dirigent brachten die taktlich und tonlich abwechslungsreichen Episoden den Zuhörern überzeugend nahe.

Nach der Pause zunächst ein Auszug aus dem berühmtesten Werk von Gustav Holst: Die "Jupiter-Hymne" aus der Orchestersuite "Die Planeten" op 32 setzte das bevorzugte Klangbild des Abends nahtlos fort. Mit großzügiger und groß angelegter Gestaltung von Tonsequenzen und Melodien vermittelten Jörg Seggelke und die Bläserphilharmonie Regensburg ein stimmiges Bild dieser knappen musikalischen Lobpreisung des antiken Gottes.

Pulsierende Melodie


Ein weiteres Musikstück von Philip Sparke folgte. "Navigation Inn" zeigte rasante Tonfolgen, gefügt zu einer pulsierenden Melodie.

War sein erstes Solostück schon sehr fetzig, so spielte James Fountain "Zelda" von Percy Code (1888-1953) als Vortrag einer Melodie erst getragen, dann immer rascher bis zur äußerst schnellen Schlusspassage. Alles passte bestens zu seinem Solo-Kornett.

Bläserchor aller


Als letzte Programm-Nummer ertönte "Lord Tullamore" von Carl Wittrock (*1966), ein Stück, eingeleitet von Pauke und Tamtam, dann mit fetziger Melodienfolge der Holzbläser ausgestattet, bis auch die Blechbläser ihren Beitrag zu der schwungvollen Musik leisteten. In einem Bläserchor aller klang die große Melodie aus.

Als Zugaben erklang zunächst ein drittes Solostück. In inzwischen gewohnter Qualität spielte James Fountain "Live and let die" von Paul McCartney. Dann ertönte "Innuendo" arr. Rieks van der Velde und beendete ein Konzert der ausdrücklichen Sonderklasse.
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