Theater der Kolpingsfamilie
Kolping spielt „Da Himmel woart nird!“

Die Laienspielgruppe der Kolpingfamilie bereitete ihren Zuschauern eine unterhaltsame Zeit. Bild: mab
Kultur
Schwarzenfeld
04.01.2016
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In welchem direkten Zusammenhang stehen die beiden Begriffe "Leberwurschttag" und "Zierhose"? Beim Theater der Kolpingsfamilie gab es des Rätsels Lösung zu hören.

"Seit Jahrzehnten war der Andrang für das Laienschauspiel des Schwarzenfelder Gesellenvereins nicht mehr so groß", konnte sich der Schatzmeister Georg Bronold über den bestens angelaufenen Kartenvorverkauf zum diesjährigen Theaterstück freuen. Dabei waren die Voraussetzungen infolge des Wirtewechsels und der bereits begonnenen Renovierungsarbeiten im früheren Jugendheim alles andere als optimal für die jungen Wirtsleute. Dennoch, die Generalprobe funktionierte und über dreihundertfünfzig Gäste konnten am Samstagabend einen humorvollen Theaterabend genießen.

"Geistreich für Kopf und Geist" machte Regisseur Helmut Lindner zu Beginn des Stücks, das von Markus Scheble und Sebastian Kolb geschrieben wurde, auf die drei Akte neugierig. Wer hätte dabei wohl an Himbeergeist und Liebesbeziehungen gedacht? " In nur neun Wochen, bedingt durch die vorherige Aufführung der Holnsteiner, ein Stück dieses Ausmaßes einzuproben, ein absoluter Wahnsinn" zollte Lindner seiner Truppe höchste Anerkennung für ihr Engagement.

"Da Himmel woart nird!" welch wahrer Ausspruch, der den Stoff für die Geist-reiche Komödie lieferte und dabei Ähnlichkeiten mit Boandlkramer und Brandner-Kaspar in Erinnerung rief. Beim Anziehen seiner Dienstuniform hat den jungen Polizeibeamten Sepp Stelzl (Franz Galli)der Schlag getroffen.

Dass er es dabei nicht mehr geschafft hat, die Hose anzuziehen, wurde anhand seiner Kleiderordnung mehr als deutlich. Was liegt berufsbedingt näher, als den Job eines Schutzengels im himmlischen Auftrag auszuführen, wurde Stelzl mit einem Sonderauftrag konfrontiert. " Wou woar denn mei Schutzengl, wia in gheirat hob? fragte der Himmelsneuankömmling in die Runde. Im Gegensatz dazu, bräuchten sich hiesige Markträte keine Ambitionen auf paradiesische, himmlische Zust ände machen, denn die kommen alle gleich "nach unten" klärt Stelzl die Zuschauer auf. Gespickt mit einer Salve von Lichteffekten und Tontechnik, wurden die Besucher mit so mancher lautstarken Überraschung beeindruckt.

Den verstorbenen Schreinermeister Bömmerl (Helmut Lindner) sollte Polizist Stelzl vom irdischen Dasein binnen 24 Stunden in den Himmel holen. Dies scheiterte an einem Lottoschein mit Gewinn, den die Aasgeier-Verwandtschaft mit Cousine Constanze Froschmeier (Doris Eichhammer) und ihr Sohn Fridolin (Mathias Funk) an sich reißen wollten. Verhindert haben dies Tochter Anna Bömmerl (Anja Obermeier) und Haushälterin Finni Fritsch (Sonja Lindner-Stöckl) zusammen mit dem Schreinergesellen Emmeram (Rudi Lindner).

Dass dabei das "geistreiche" Frauenbundmitglied Resi Schellnberger (Elke Paa) mit Hilfe mehrerer Obstbrände die zweifelhaft-mystische Verbindung zum Jenseits aufdeckte, sorgte auch bei den echten Geistlichen in Person der anwesenden Gäste vom Miesbergkloster, für sichtbare Erheiterung. Dabei hatte sie doch einen "Leberwurschttag" (ein Tag, an dem es der Leber Wurscht is) hinter sich und von Dr. Stammwitz eine " Zierhose" (Zirrhose) bescheinigt bekommen. Ein wahres Feuerwerk von Überraschungen zu mitternächtlicher Stunde führte schließlich zum guten Ende und Stelzl führte den Bömmerl fristgerecht hinauf zum Ziel, denn "Da Himml woart nird."

Verantwortlich für die "himmlische Stimme" war Steffi Friedl, für die Regieassistenz Romy Rettig, und als Souffleuse fungierte die "Seele der Truppe", Sieglinde Müller.
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