Ungewöhnliche Kombination
Konzert für Orgel und Saxofon

Susanna Müssig-Wilczek auf der Orgel, Elke Beer am Saxofon und Schlagzeuger Florian Beer (im Hintergrund) sorgten für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis in der Miesbergkirche. Bild: mab
Kultur
Schwarzenfeld
04.11.2016
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Zehn Jahre sind es her, dass die neue Orgel in der Miesbergkirche ihre Weihe erhielt. Dieses Jubiläum nahm die damalige Organistin und Dirigentin des Bergchores, Susanna Müssig-Wilczek, zum Anlass, ein Konzert auf diesem Instrument zu geben. Elke und Florian Beer - Saxofon und Schlagzeug - konzertierten mit.

Nicht nur klassische Orgelmusik wurde den gut hundert Zuhörern geboten, sondern auch ungewohnte Klangbilder mit Saxofon und Schlagzeug. Abwechslungsreich und experimentierfreudig erklang das Zusammenspiel weicher Saxofonsounds und groovigen Schlagzeugrhythmen mit dem Klang der Orgelpfeifen.

Die dargebotenen Werke von Michael Schütz ließen Elemente von moderner Literatur in Form von Popmusik erkennen. Als Duo "Sax'n Pipes" sind Elke Beer und Susanna Müssig-Wilczek schon einige Zeit unterwegs. Die Ergänzung mit Schlagzeug, gibt dem Ensemble der Lehrerkollegen vom Max-Reger-Gymnasium in Amberg noch den entsprechenden Drive und stellt eine hörenswerte Bereicherung dar. In die Welt moderner Komponisten mit französischem Einschlag und tänzerisch leichten Einflüssen entführten zunächst die beiden Interpretinnen, eingeleitet von leichten Saxofontönen am Anfang des Konzertes.

Ein spielerisch anmutender Jazz-Walzer im 5/4-Takt, gefolgt von einer rockigen Saxofonpassage, brachte das energiegeladene Spiel von Elke Beer im hohen Register besonders zum Ausdruck. Moderne Popmusik in Verbindung mit "bachschen" Elementen sind auch besondere Vorlieben von Florian Beer am Schlagzeug, der als Dozent für Popularmusik in Tübingen tätig ist. Stücke wie "That's it" oder auch "Stompin" wurden unter Einbeziehung der Chororgel, die sich hinter dem Hochaltar befindet, sphärisch wirkend umgesetzt. Ruhig und entspannend, mit einem Hauch von Melancholie und Wehmut wirkte der Vortrag von Astor Piazollas "Adios Nonino" durch die beiden Musikerinnen, bevor sich wahre Spielfreude zum Ende des Konzertes mit allen Registern des königlichen Instrumentes durch ausdrucksstarke Interpretation einstellte.

Langanhaltender Beifall zeugte vom Hörgenuss dieser guten Stunde mit einem außergewöhnlichen und interessanten Klangerlebnis in der Wallfahrtskirche.
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