Von Dame, König und Rossober: Höfischer Theater-Klatsch in Schwarzenfeld

Von Dame, König und Rossober: Höfischer Theater-Klatsch in Schwarzenfeld (ihl) Allongeperücken, höfische Etikette, Huldigungen, Schlösser und Ballsäle: Aristokratisch kleidet sich das Festspiel, das sich der Markt Schwarzenfeld zum 1000. Geburtstag geschenkt und mit der Inszenierung selbst ambitionierte Erwartungen übertroffen hat. Nobel kaschiert werden Seitensprünge, Verrat, Macht, Einfluss und Intrigen. Die reale Vorlage dazu lieferte das Grafengeschlecht der Holnsteiner selbst. Regisseurin Jutta Bol
Kultur
Schwarzenfeld
14.10.2015
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Allongeperücken, höfische Etikette, Huldigungen, Schlösser und Ballsäle: Aristokratisch kleidet sich das Festspiel, das sich der Markt Schwarzenfeld zum 1000. Geburtstag geschenkt und mit der Inszenierung selbst ambitionierte Erwartungen übertroffen hat. Nobel kaschiert werden Seitensprünge, Verrat, Macht, Einfluss und Intrigen. Die reale Vorlage dazu lieferte das Grafengeschlecht der Holnsteiner selbst. Regisseurin Jutta Bollwein setzte drei Episoden mit faktischer Genauigkeit und mit Laienschauspielern klasse um. Autorin Helga Katrin Stano strickte um die historischen Fakten Dialoge, Dienstbotentratsch und höfischen Klatsch. Das Publikum wird weder mit alten Zöpfen noch mit der Historie überfrachtet. Das einfache Volk und die neugierige zum Teil gehässige Entourage der Hoheiten holt es in die Lebenswirklichkeit zurück. Nachdenkliche Szenen, traurige Monologe wechseln mit witzigen Episoden - manchmal sind es auch nur Nebensätze - ab. Die Bühnentechnik harmoniert mit den Akteuren und von den Musikern nennt sich nicht umsonst ein Teil "Bläserensemble i-Tüferl". Die Musik ist in ihrer Gesamtheit das Pünktchen auf der Aufführung. Das Stück kommt mit wenigen Requisiten aus, dafür sorgt die Technik für das jeweils passende Bühnenbild. Die Zukunft der "Holnsteiner ... von Dame, König und Rossober" ist ungewiss. Für zwei Aufführungen am Freitag, 16., und Sonntag, 18. Oktober, im Schwarzenfelder Jugendheim gibt es noch Karten. Für die Zeit nach den Auftritten hat Regisseurin Jutta Bollwein schon wieder einige Ideen: Aufführungen außerhalb von Schwarzenfeld - in Amberg beispielsweise - wären denkbar und wünschenswert, aber wie auf der Bühne geht es auch im richtigen Leben um die Finanzen. Bild: Gerhard Götz
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