Abruptes Ende der Ratskarriere

Dem Rathaus den Rücken gekehrt hat Donnerstag Abend der CSU-Fraktionsvorsitzende im Marktrat, Alexander Kutscher. Er nannte private Gründe für seinen überraschenden Rücktritt aus dem Marktratsgremium. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
12.09.2015
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Alexander Kutscher (30), der Fraktionsvorsitzende von CSU und CWG im Schwarzenfelder Marktrat, hat am Donnerstag Abend überraschend sein Ausscheiden aus dem 20-köpfigen Plenum verkündet. Begründet hat er den Schritt mit beruflichen Veränderungen.

"Ich habe in Niederbayern eine Arbeit gefunden", informierte er in einem kurzen Statement Bürgermeister und Markträte gegen Ende der öffentlichen Sitzung im Rathaussaal. In absehbarer Zeit werde sich auch sein Lebensschwerpunkt weg von Schwarzenfeld verlagern.

Lindner rückt nach

In seiner nächsten Sitzung muss der Rat nun entscheiden, ob er Kutschers Schritt billigt. Das dürfte aber nur eine Formalie sein. Bedauert wurde allseits, dass der junge Hoffnungsträger der örtlichen Christsozialen so unvermittelt ausscheiden will, dass es wohl nicht einmal mehr zu einer richtigen Verabschiedung aus dem Plenum kommen wird, die sonst in der nächsten Sitzung stattgefunden hätte.

Der 30-Jährige war vor siebeneinhalb Jahren als Repräsentant der Jungen Union zum ersten Mal in den Rat gewählt worden; 2014 zog er erneut ein, diesmal als Nachrücker für Listenführer Manfred Rodde, der als Bürgermeister sein Marktratsmandat nicht annehmen konnte. Danach wurde Kutscher zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

In den Marktrat nachfolgen wird Kutscher der CSU-Mann Rudolf Lindner, der bereits früher dem Gremium angehörte, es aber 2014 nicht mehr auf Anhieb geschafft hat, hineingewählt zu werden. Ob Lindner auch Kutschers Ausschusssitze übernimmt, ist noch unklar, aber eher unwahrscheinlich.

Interessant dürfte werden, wen die neunköpfige CSU/CWG-Riege zum Nachfolger Kutschers als Fraktionsvorsitzenden bestimmt. Derzeit hat Dritter Bürgermeister Gerhard Peter als stellvertretender Vorsitzender das Sagen. Die Fraktion besteht nach dem Ausscheiden Kutschers und dem Nachrücken Lindners aus Gerhard Peter, Sonja Laußer, Hubert Piehler, Peter Irlbacher, Boris Bodensteiner, Manfred Kurz und Rudolf Lindner für die CSU, sowie Marco Nißl und Reinhard Meßmann für die CWG.

"Das ist meine letzte öffentliche Sitzung", hatte Kutscher angekündigt und packte nach deren Ablauf seine Sachen und ging, obwohl noch ein nicht-öffentlicher Sitzungsteil auf der Tagesordnung stand. Bürgermeister Manfred Rodde machte kein Hehl aus seiner Ansicht, dass er sich Kutschers Abgang etwas formvollendeter hätte vorstellen können. In einer improvisierten Würdigung ehrten Zweiter Bürgermeister Peter Neumeier und Marktrat Manfred Müller (beide ÜPW) den konservativen CSU-Vordenker für seinen Einsatz im Rat. Bürgermeister Rodde bezeichnete ihn bei dieser Gelegenheit als "angenehmen Kollegen".
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