BBV-Kreisverband setzt auf Öffentlichkeitsarbeit
Bauern sollen Imkern helfen

Lokales
Schwarzenfeld
27.10.2014
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Der BBV-Kreisverband wird auch weiterhin auf Öffentlichkeitsarbeit setzen. Dies war der Tenor der Ortsobmännertagung im Schwarzenfelder Jugendheim. Wichtige Informationen gab es zum Thema bayerische Kompensationsverordnung.

Der Kreisobmann des BBV, Johann Wilhelm, blickte zu Beginn der Ortsobmännertagung im Jugendheim Schwarzenfeld auf das abgelaufene Jahr zurück. Dabei war das wichtigste die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes, der durch zeigen wollte, was er für seine Mitglieder leiste. Unter anderem war der BBV beim Irrenloher Dorffest vertreten; den Herbstbauernmarkt hat der Verband gemeinsam mit den Imkern abgehalten. Dabei sollte, wie schon vor Jahren mit der Jägerschaft geschehen, ein Schulterschluss mit den Imkern geschafft werden. "Denn gesunde und viele Bienen sind ein wertvoller und wichtiger Faktor für eine funktionierende Landwirtschaft", versicherte Wilhelm.

Vor allem mit der Politik suchte der BBV das Gespräch. So fand vor kurzem der Antrittsbesuch der Kreisvorstandschaft beim neuen Landrat Thomas Ebeling statt. "Der hatte ein offenes Ohr für die Belange der Landwirtschaft", freute sich Wilhelm. Ein weiteres Gespräch fand mit dem Europaabgeordneten Albert Dess statt. Dabei ging es um die Güllebehälterverordnung. Große Hoffnungen setzt dabei der Verband auf den neuen EU-Kommissar aus Irland, der für Landwirtschaft zuständig ist.

Auslaufen der Milchquote

Mit großer Sorge betrachtet der BBV das Auslaufen der Milchquote im Jahr 2015. Noch nie gab es in Deutschland so viele Rinder und so wenige Betriebe. Die Probleme mit Russland würden sich über kurz oder lang auf den Milchpreis niederschlagen. Denn China als Ersatzabnehmer könne auch nicht alles abnehmen.

Zur Situation am Amt für Landwirtschaft und Forsten sagte Wilhelm, dass für den Fortbestand der Landwirtschaftsschule in Nabburg wieder Gefahr bestehe. Ein Thema, auf das genau geachtet werden müsse: "Alle Bemühungen müssen dahin zielen, dass dieser Schulstandort erhalten bleibt."

Dieses Thema war die richtige Überleitung zu Josef Graf vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Laut Graf sind an der Landwirtschaftsschule zur Zeit 14 Schüler im ersten Semester und 19 im dritten Semester. Das Beratungsprogramm des Amtes wird erweitert, sagte Graf. In der Abteilung L2 beraten Konrad Wagner und Annemarie Frank zu Themen wie Hofnachfolge, Umnutzung von leerstehender Bausubstanz, Sicherung des Familieneinkommens - oder bei Flächenmangel und Arbeitsüberlastung. Zur einzelbetrieblichen Förderungsmaßnahmen konnte Graf nur sagen, dass sie noch auf sich warten ließen. "Aber bis Ende November sollte hier Klarheit herrschen und es kann entsprechend beraten werden."

Das Thema Bienen und Imker beschäftigt natürlich auch das Amt, so Graf. Es sei sehr wünschenswert, wenn auch einmal Landwirte Imker würden: "Der Landwirt kann so viel für die Bienen tun - also Zurückhaltung üben bei der Raps-Blütenbehandlung, artenreiches Grünland erhalten, kleereichen Wiesen erlauben, einen etwas späteren Nutzungstermin wählen, den Anbau von Kleegras anstatt Mais bevorzugen, Blühstreifen anlegen und frühzeitig blühende Zwischenfrüchte etablieren."

In Sachen Forst führte Graf aus, dass im kommenden Jahr ein neues Vegetationsgutachten erstellt werde. Im nächsten Jahr gibt es das Aktionsjahr "Waldnaturschutz 2015". Am 15. November findet ein Douglasientag in Ziegelhof bei Schwarzhofen statt.

Susanne Schlagbauer von der BBV-Landsiedlung, einer Tochterorganisation des BBV, informierte anschließend über die neue bayerische Kompensationsverordnung, die seit Anfang diesen Monats gilt. In dieser Verordnung ist geregelt, welche Ausgleichsflächen der Landwirt erbringen muss, wenn er einen neues Gebäude bauen möchte und dabei Boden versiegelt wird. Das wird zukünftig einheitlich geregelt. An Hand von Berechnungsbeispielen führte Susanne Schlagbauer auf, welche Möglichkeiten die Landwirte bei entsprechenden Vorhaben haben.
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