Bestandteil des Brauchtums

Hornmeister Wolfgang Prebeck leitete den Gesamtchor aus den neun Jagdhorn-Bläsergruppen des Landkreises. Bild: ksi
Lokales
Schwarzenfeld
21.07.2015
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Nicht nur die Instrumente der Jagdhornbläser glänzten, auch die Musik und ihre Virtuosen taten es. Ein mächtiger Chor mit 150 Bläsern aus neun Jagdhornbläser-Gruppen zeigte beim Landkreisbläsertreffen im Schlosspark in Schwarzenfeld eine beeindruckende Leistung.

Für Freunde der Jagdmusik war dies ein fantastisches Erlebnis. "Es freut mich", sagte Arge- Vorsitzender Hans Vornlochner, "dass hier im Schlosspark dieser Auftakt zum traditionellen Fischerfest zu hören ist". Er dankte der Bläsergruppe Schwarzenfeld für die Organisation, die die Veranstaltung als Teil der 1000-Jahrfeier des Marktes angelegt hatte. Die Bläsergruppen hätten ein hohes Niveau erreicht, freute sich Vornlochner. Auch der Wettergott meinte es gut mit seinen "Jüngern". Die paar Tropfen, die er zu Beginn schickte, konnten sie nicht beeindrucken. Die Schwarzenfelder Bläsergruppe mit Hornmeister Gundolf Streit, der mit großem Engagement die Hauptlast der Organisation der gelungenen Veranstaltung trug, begann mit dem "Alpenjägermarsch". Abwechselnd erfreuten die Bläsergruppen mit jeweils zwei Vorträgen mit fröhlichem Hörnerklang.

Mächtiger Hörnerklang

Landkreis-Hornmeister Wolfgang Prebeck hatte den Massenchor und dessen eindrucksvolle Demonstration voll im Griff und so beeindruckten die Bläser mit mächtigem Hörnerklang bei "Der Jäger aus Kurpfalz", "Jagdstück", "Hubertusmarsch" und mit "Auf Wiedersehen"; so wurde das offizielle Konzert beendet. Die einzelnen Bläsergruppen unterhielten die Gäste anschließend weiter mit ihren Darbietungen beim gemütlichen Beisammensein.

Zwischen den Auftritten wurden Grußworte gesprochen. Bürgermeister Manfred Rodde freute sich, dass die Jagdhornbläser das Ortsjubiläum eindrucksvoll unterstützen würden. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl hob die Verantwortung für die Natur hervor, die durch Jäger und Fischer gepflegt werde. BJV-Präsidiumsmitglied Jürgen Weißmann, zuständig für jagdliches Brauchtum und Bläserwesen, hatte seine Freude an dem guten Miteinander von Jägern und Fischern - "eine gute Botschaft", meinte er.

Jakob Scharf betonte als Stellvertreter des Landrates, dass das Blasen als Zeichen der Hege und Pflege diene. ArGe-Vorsitzender Johann Vornlochner erinnerte daran, dass das Jagdhornblasen bei der Jagd ein uraltes Kulturgut sei, das bis in die heutige Zeit gepflegt werde. Hornsignale dienten schon immer den Jägern zur Verständigung untereinander. "Sie sind ein verbindendes Element bei jagdlichen Zusammenkünften und gelebtes Brauchtum." So sei das Jagdhornblasen schon immer ein Zeichen guten Waidwerks gewesen.

Traditionsverbundene Jäger erweisen mit dem Klang der Hörner dem erlegten Wild die letzte Ehre oder verblasen die Strecke am Ende eines Jagdtages. Denn das Horn ist weithin zu hören, auch dort wo das Mobiltelefon kein Netz hat. Das gilt vor allem für Signale wie sie bei der Treibjagd verwendet werden. Auch viele Nichtjäger werden vom Hörnerklang angezogen und berührt. Jagdmusik gibt Festlichkeiten den besonderen Rahmen und weckt in der Bevölkerung Sympathie für Jagd und Jägerschaft.

Die Bläser sind im Vereinsleben sehr engagiert, und bei allen wichtigen Veranstaltungen immer zur Stelle. Ob in Hubertusmessen, zu gesellschaftliche Anlässen oder auf der Jagd selbst. Das Jagdhornblasen ist fester Bestandteil des jagdlichen Brauchtums. Viele Jäger lernen es jährlich neu.

Zu früher Zeit schon hatte der Mensch erkannt, dass mit dem Horn von Büffel und Ochse dumpfe Töne gegeben werden können, und so wurden sie von den Jägern bis zum Anfang des 19. Jahrhundert genutzt. Seither wird überwiegend das Metallhorn in den verschiedenen Ausführungen verwendet.
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