Birgit Zwicknagel warnt Schülereltern und wirbt für vertrauensvolles Zusammenspiel
Gefahren aus dem Netz

Der selbstständigen Fotografin und Mutter von drei Kindern Birgit Zwicknagel aus Stamsried liegt die Aufklärung und Ansprache von Eltern und Kindern gleichermaßen am Herzen. Daher sprach sie auf Einladung der sozialpädagogischen Betreuerin Marina Laubmann an der Schule in Schwarzenfeld. Bild: mab
Lokales
Schwarzenfeld
12.02.2015
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Facebook, WhatsApp & Co. gehören nicht nur für Erwachsene, sondern vor allem für Heranwachsende und Kinder zum (scheinbar) unverzichtbaren Lebensinhalt. Dass damit ungeahnte Gefahren für die meist unkundigen und unbesorgten Anwender einhergehen, wurde durch die Referentin und Spezialistin auf diesem umfangreichen Gebiet, Birgit Zwicknagel aus Stamsried, deutlich.

Sichtbare Ernüchterung machte sich bei den anwesenden Eltern schon eingangs breit, als mit Beispielen aufgezeigt wurde, dass "jeder Nutzer öffentlich und gläsern ist und Internet auch nichts vergisst." Interessant die Statistik, die aktuell Auskunft darüber gibt, dass mittlerweile das Durchschnittsalter der Facebook-Nutzer bei 38,7 Jahren liegt, mit Tendenz zu älteren Anwendern. Smartphones mit Internetnutzung gehören mit einem Anteil von rund 80 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen inzwischen fast zum täglichen Leben.

Angefangen von Gefahren, aber auch von Chancen der sozialen Netzwerke, bis hin zum tragischen, nicht selten tödlichen Ausgang nach Mobbing und massiver Belästigung im Netz, vermittelte die Referentin eindrucksvoll die brandheißen Themenbereiche. "In Facebook kann jeder Mensch weltweit erkennen, um welchen Typ Menschen es sich handelt," zeigte Birgit Zwicknagel auf und stellte dies auch durch "gläserne Schüler" im Bereich der Schule Schwarzenfeld unter Beweis.

"Peinliche und private Selfies haben im Internet nichts zu suchen und führen nicht selten zu massiven Nachteilen bei der Berufswahl und Vorstellungsgesprächen", führte die Computer-Spezialistin die inzwischen selbstverständliche Praxis von Ausbildungsbetrieben bei der Azubi-Auswahl aus. Hart ins Gericht ging die Referentin dabei mit den "Nuttenkatalogen", die mit aufreizenden Fotos oft ahnungsloser Jugendlicher unfreiwillig selbst bestückt werden. "Kriminell veranlagte Interessenten hierfür gibt es genügend", verriet sie und erläuterte, wie leicht es ist, nach einem beliebigen Schema eine Wunschauswahl, etwa nach Haarfarbe, Alter und Hobbies zu treffen.

"Einmal im Internet - immer im Internet, und das weltweit" so die klare Ansage. Dennoch können soziale Medien "ein Segen sein", beruhigte Birgit Zwicknagel die anwesenden Eltern und betonte die Wichtigkeit eines vertrauensvollen Zusammenspiels zwischen Eltern und Kindern.
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