BN-Kreisgruppe verfolgt dieses Ziel - Ja zu Windrädern, nein zu Staatsstraßenausbau
Die Artenvielfalt im Seenland schützen

Lokales
Schwarzenfeld
27.04.2015
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Der Bund Naturschutz sieht sich im Landkreis vor großen Aufgaben. Er will sich dafür einsetzen, dass im Oberpfälzer Seenland ein neues Naturschutzgebiet entsteht. Und er befürwortet es, dass im Kreis jetzt auch die Nutzung der Windkraft in Gang kommt.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe blickte Vorsitzender Klaus Pöhler im Schwarzenfelder Jugendheim auf die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen zurück. Beim Goißn'-Fest in Stein feierte man bei herrlichem Wetter mit etwa 500 Besuchern, und beim Festakt war es Pöhler eine besondere Ehre, den BN-Landesvorsitzenden Dr. Hubert Weiger als Festredner begrüßen zu können. Der weitere Tätigkeitsbericht stand ganz im Zeichen der Arbeitsschwerpunkte des Naturschutzverbands.

Seit einigen Jahren arbeiten der BN, der Landesbund für Vogelschutz, der Ameisenschutzverein, der Oberpfälzer Waldverein und die Naturfreunde Schwandorf daran, das Gebiet um den Ausee und den Lindensee im Oberpfälzer Seenland zu erforschen. Schnell stellte sich heraus, dass die Artenvielfalt dort äußerst schützenswert ist und die beiden Seen keinesfalls als weitere Tourismusangebote dienen können. "Erschlossene und vermarktete Seen gibt es bei uns genügend", meinte Pöhler.

Maßnahmen reichen nicht

Inzwischen würden die Naturschützer auch von der Unteren Naturschutzbehörde unterstützt; der Naturparkverein hat 2015 die Kartierung von Ameisen, Spinnen und Laufkäfer in Auftrag gegeben; die Stadt Neunburg hat erste Pflegemaßnahmen eingeleitet, und die örtliche Polizei ist in den Sommermonaten immer wieder präsent. Dies alles zeige erfreulicherweise Wirkung, dennoch müsse die Ausweisung eines Naturschutzgebiets das langfristige Ziel sein.

Gegen die geplante Einführung eines Gewerbe- und Industriegebiets von 38 Hektar der Städte Teublitz und Maxhütte-Haidhof formierte sich schnell Widerstand, den auch der BN unterstütze. Mittlerweile sei der Investor Edeka zwar abgesprungen und damit die unverantwortlich hohe Wasserentnahme vom Tisch, dennoch könne der BN die weiterhin geplante großflächige Waldrodung nicht hinnehmen.

Im östlichen Landkreis ist die Errichtung einer Wasserkraftanlage an der Vorsperre des Eixendorfer Stausees geplant. Hier klagte der BN gegen den Bescheid. Laut Pöhler wurde keine ausreichende Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht. Eine sinnlose Verschwendung von Steuergeldern sieht der BN auch beim geplanten Ausbau der Staatsstraße 2159 von Gaisthal nach Schönsee. Der Verband setzt sich für den Ausbau der bestehenden Trasse ein, damit die Ascha nicht verlegt und kein Naturdenkmal gesprengt werden muss.

Warum unsachlich?

Positiv sieht Pöhler den Bau der Windkraftanlage in Penting bei Neunburg und bedauert die unsachgemäßen Debatten über die Anlagen in Pfreimd-Pamsendorf und Guteneck-Niedermurach. Hier würden unbegründete Ängste geschürt. Als weitere Themen sprach Pöhler einen Flächenkauf im Schleißbachtal, die Situation beim Grenzübergang in Schwarzach und die Problematik im Eselweihergebiet bei Teublitz an. 2015 besuchte der BN wieder zahlreiche Kindergärten und Schulen mit seinem Kinderumweltbildungsprogramm, 2750 Meter Amphibienschutzzäune wurden an sieben Straßenabschnitten betreut, und arbeitsreiche Pflegemaßnahmen inklusive Ziegenbeweidungsprojekt wurden in und um Pfreimd ausgeführt.
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