Bodenfruchtbarkeit erhalten

Der Bodenschutz müsse eine hohe Priorität behalten, hieß es bei der Oberpfälzer Fachtagung Bodenschutz im Saal des Jugendheims. Flächenüberbauung und Erosion stellten in Deutschland derzeit die größten Bedrohungen für die Böden dar, waren sich die Referenten und die Teilnehmer der Konferenz einig. Bilder: hfz (2)
Lokales
Schwarzenfeld
27.11.2015
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"Die Produktion beginnt unter unseren Füßen", hieß es beim vierten Oberpfälzer Bodenschutztag. 120 interessierte Landwirte hatten sich dazu eingefunden.

Bei der Oberpfälzer Fachtagung Bodenschutz 2015 im Katholischen Jugendheim informierte Josef Rupprecht vom Fachzentrum Agrarökologie des Landwirtschaftsamts Amberg, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt hat. Damit soll der Bedeutung der Böden für die Ernährungssicherung in der Welt und für den Wohlstand der Menschheit verdeutlicht werden.

Sehr hohes Niveau

Rupprecht bescheinigte den Böden in Deutschland hinsichtlich der Bodenfruchtbarkeit ein im internationalen Vergleich sehr hohes Niveau. Und dies sei in den letzten 50 Jahren nicht gesunken, sondern gestiegen. Mit Hilfe von Maschinenvorführungen bei der Saatbettbereitung von Reihenkulturen im Frühjahr 2016 möchte das Fachzentrum Agrarökologie die Einführung der Mulchsaat in die Praxis voranbringen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz leisten.

Dr. Ludwig Nätscher von der TU München erläuterte in seinem Vortrag, welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen verschiedenen Angeboten zur Bodenuntersuchung bestehen. Über die Routine-Untersuchung hinausgehende Angebote wie Mehrfachextraktionen, Kationenaustauschkapazität, Spurenelement-Analysen können interessant und nützlich sein. Aber auch hier gilt, dass die Aussagekraft für eine Düngebedarfsprognose nur dann gegeben ist, wenn die Bewertung am Feldversuch kalibriert worden ist.

Anschließend zeigte Herbert Molitor die Bedeutung einer standortangepassten Kalkversorgung für das Bodengefüge und die Ertragsbildung auf. Kalk führe zu einer Bildung von stabilen Bodenkrümeln und verbessere damit die Bodenfruchtbarkeit.

Dr. Fabian Lichti von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut Landtechnik, stellte in seinem Vortrag fest, dass aufgrund der inzwischen länger andauernden Diskussion zur Novellierung der Düngeverordnung viele Betriebe mit Wirtschaftsdüngeranfall in eine ungewisse Zukunft blicken. Eigene oder auch regionale Wachstumsschritte in der Tierhaltung sowie bei Biogasanlagen erfordern in manchen Regionen ein besonderes Augenmerk bei der Ausbringung der anfallenden Güllen und Gärreste.

Insbesondere zur Gülleseparierung laufen seit einigen Jahren an der Landesanstalt intensive Forschungsarbeiten. Erste Ergebnisse zeigen, dass dabei eine Anreicherung von Phosphat in der festen Phase möglich sei, bei Ammonium und Kalium seien dagegen nur geringe Effekte zu beobachten.

Im letzten Referat stellte Johannes Wild, Agrarbetriebswirt aus Schönthan bei Plößberg, Ergebnisse eines vergleichenden Technikeinsatzes bei Gülleausbringung und Saatbettbereitung in Mais vor. Basis des Vortrags war ein Schauversuch, den er 2014 ausgeführt hatte. Ziel war die Optimierung des Mulchsaatverfahrens, um den Arbeits- und Energieaufwand und die Erosionsgefahr zu reduzieren. Dazu brachte er auf einer Fläche mit abgefrorenem Senf Gülle aus, arbeitete sie ein und richtete das Saatbett für die Maissaat her. Verglichen wurden die Varianten Güllegrubber, Scheibenegge plus nachfolgender zweiter Bearbeitung mit einem Grubber, sowie das Verfahren der Streifenbodenbearbeitung.

Wenig überbauen

Andreas Henfling vom Maschinenring Tirschenreuth, ergänzte den Vortrag mit seinen Erfahrungen mit Striptill, die er bereits vor Jahren an der Uni Hohenheim gemacht hat.

Fazit: Die Fruchtbarkeit der Böden ist hoch. Damit es so bleibt, sollten möglichst wenige Acker- und Grünlandflächen überbaut werden. Vordringliche Aufgabe des Landwirtes ist der Schutz seiner Böden vor Erosion. Dabei steht die Einführung des Mulchsaatverfahrens in die Praxis an vorderer Stelle. Daneben darf aber auch die Humus- und Kalkversorgung, die Fruchtfolgegestaltung und die Vermeidung von Bodenverdichtungen nicht vernachlässigt werden.
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